Warsame Ahmed Amalle: Idil und Warsame: Eine Sehnsucht, die nie vergeht – Eine Erinnerung, die nie verblasst

erschienen bei Novum, ab 12 Jahren

Vielfaltskriterien: Wertevielfalt, Liebe, Geschlechterrollen; Traditionelles Leben in Somalia, Nomadengesellschaft, Gender

KIMI-Faktor: Dem Autor, der 1992 aus Somalia geflohen ist und heute in Österreich lebt, ist es gelungen, in seiner autobiografischen Erzählung den Wert des traditionellen Lebens auf dem Land in Somalia zu zeigen – ohne es zu idealisieren.

Inhalt: Warsame und seine Familie leben als Nomad*innen in Somalia. Eines Tages muss er anstelle seiner Schwester, die nach der Beschneidung voller Schmerzen das Bett hütet, die Schafe und Ziegen auf die Weide und zur Wasserstelle führen. Warsame weigert sich zuerst, denn diese Arbeit ist nur Mädchenarbeit. Sein Vater erläutert ihm und der ganzen Familie feinfühlig, dass es keine „niedrige“ Arbeit gibt und jede Arbeit einen Wert hat. So macht sich Warsame frühmorgens auf den Weg. An der Wasserstelle lernt er Idil kennen. Er möchte sie wiedertreffen. Am nächsten Morgen stellt er jedoch fassungslos fest, dass Idils Familie in der Nacht ihre Zelte abgebrochen hat. Ein Leben lang trauert Warsame dieser Begegnung nach.

Jurystimme: „Gefühlvoll und stimmungsreich wird die Geschichte von Warsame und Idil beschrieben.“

Laurel Snyder: Insel der Waisen

erschienen bei mixtvision, ab 12 Jahren

Vielfaltskriterien: Abschied, kindliche Entwicklung, Wertevielfalt, Armutserfahrung, Verhältnis zur Natur, Selbstbehauptung, Rollenverteilung, gesellschaftliche Verantwortung

KIMI-Faktor: Ein geheimnisvolles, verstörendes Buch über das Erwachsenwerden, über das Schicksal, die Freiheit, das Zusammenleben und die Übernahme vonVerantwortung.

Inhalt: Auf einer paradiesischen Insel leben 9 Kinder. Einmal im Jahr kommt ein geheimnisvolles Boot und nimmt den*die Älteste*n mit sich. Dafür befindet sich im Boot das neue Kind, das Mündel der Person, die jetzt der*die Älteste ist. Diese*r zeigt seinem*ihrem Mündel die Insel, erklärt ihm*ihr alles und bringt ihm*ihr alles bei, was er*sie wissen muss. Noch nie hat eine*r diese Regel gebrochen. Für Jinny allerdings steht fest: Sie bleibt. Doch mit den tatsächlichen Auswirkungen des Regelbruchs hatte sie nicht gerechnet.

Jurystimme: „Dieses Buch zeigt, wie wir unsere Leben leben, wie wir Grenzen akzeptieren oder übertreten, was Zusammenleben bedeutet, dass Lebensläufe vorher- und selbstbestimmt sind. Es ist eines der diskussionswürdigsten Bücher, die es gibt – und als Unterrichtslektüre unbedingt zu empfehlen.“