Fabrizio Silei: Orkobello

illustriert von Fabrizio di Baldo, erschienen bei Knesebeck, ab 8 Jahren

Vielfaltskriterien: Selbstwertgefühl, Jungen, Mobbing, Vater-Sohn-Beziehung

KIMI-Faktor: Es ist ein Buch, das uns vorführt, wie es sich anfühlen kann, den Erwartungen der eigenen Eltern oder anderer nicht entsprechen zu können.

Inhalt: Der Vater von Orko Bello ist vom ersten Tag an enttäuscht von seinem Sohn – denn schon kurz nach der Geburt wird klar, dass dieser unglaublich hübsch ist. Welch eine Schmach für den Bürgermeister der Monsterstadt! Grollbold ist ein richtiges Vorzeigemonster, das alle anderen Bewohner bewundern. Er ist hässlich, stinkt, rülpst und ist Meister im Mäuse-Aufschlitzen. Er hat eine wunderbar grässliche Frau und zwei stinkige Töchter. Bei der dritten Schwangerschaft hofft er nun auf einen Sohn, den er auch bekommt. Doch schon die Hebamme muss ihm mitteilen, dass sie so etwas noch nie gesehen hat: Sein Sohn ist außerordentlich hübsch und hat nach der Geburt niemanden, wie üblich, gebissen, sondern Küsse verteilt. Grimmgrird, die Mutter, ist trotzdem überglücklich und nennt ihn Orkobello. Grollbold ist am Boden zerstört, versteckt seinen Sohn, macht von ihm keine Fotos und macht seiner Frau Vorwürfe. Doch irgendwann arrangiert er sich damit, zeigt seinen Sohn in der Öffentlichkeit und bekommt immer wieder Mitleid und tröstende Worte.

Jurystimme: „Ein Buch, welches insbesondere auch Jungen anspricht.“

Frauke Angel: Ein eiskalter Fisch

illustriert von Elisabeth Kihßl, erschienen bei Tyrolia, ab 4 Jahren

Vielfaltskriterien: Tod, Abschied, Vater-Sohn-Beziehung, Gefühle, familiäre Geborgenheit

KIMI-Faktor: eine Geschichte über Sehnsucht nach Zuwendung, Geborgenheit und Nähe im Angesicht eines toten Fisches

Inhalt: Der Tag, an dem das geliebte Haustier stirbt, ist der schönste Tag im Leben des kleinen Jungen, denn sein Vater, einem beherrschten und selbstdisziplinierten Mann, laufen beim Anblick des leeren Aquariums plötzlich Tränen über die Wangen. Aber es geht nicht allein ums Sterben; es geht vielmehr um einen Vater, der seine Gefühle nicht zeigen kann und erst langsam lernt, diese zuzulassen.

Jurystimme: „Dieses Buch ist ergreifend. Besser kann man den Weg ins Vertrauen, eigene Gefühle zuzulassen, nicht erzählen.“