Marion Achard: Am Ende des Regenwaldes

erschienen bei: Magellan, ab 12 Jahren

Vielfaltmerkmale: 
Wertevielfalt, Kulturen erfahrbar machen, Umwelt, Verhältnis zur Natur, Vertreibung der indigenen Bevölkerung

Der KIMI-Faktor:
Eine packende Geschichte, die einem eine traurige Realität des ecuadorianischen Regenwaldes und seinen Bewohner*innen näher bringt.

Inhalt:
Daboka und ihre jüngere Schwester Loca gehören zu einem kleinen indigenen Stamm, der friedlich in den dunkelgrünen Tiefen des Regenwaldes lebt – bis eines Tages Männer mit großen, stinkenden Maschinen kommen. Sie wollen Straßen und Ölplattformen bauen. Dafür räumen sie alles aus dem Weg, was sie stört. Bäume, Tiere, Menschen. Nachdem ihr Stamm ermordet wurde, wird sie mit ihrer Schwester gefangen genommen und versucht sich zu befreien.


Das sagt die Erwachsenen-Jury: ‚‚Ein sehr bewegendes Buch, aus der Ich-Perspektive eines starken Mädchens geschrieben, inspiriert von einer wahren Begebenheit. Das Buch erzeugt durch die vielseitige Wortwahl bunte Bilder vor dem inneren Auge und beschreibt detailliert die Schönheit des Regenwaldes und die Freiheit des indigenen Stammes mit seinen Traditionen. Ebenso anschaulich wird auch die Grausamkeit der Menschen beschrieben, die den Wald mit Maschinen abholzen, und den Stamm ermorden.“

„Das Buch ist schwere Kost, welche jedoch wachrüttelt, da es leider der Realität entspricht.’’

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Hannah Wilson: Weniger ins Meer Was Du tun kannst, um Plastik und Müll zu vermeiden

erschienen bei: arsEdition, ab 8 Jahren

Vielfaltskriterien: Umweltschutz, Abfallvermeidung

KIMI-Faktor: Das Buch zeigt auf, wie Abfall vermieden werden kann und warum das so wichtig ist.

Inhalt: Wie kann mit Ressourcen nachhaltig umgegangen werden? Hannah Wilson beschreibt in ihrem Buch, wie Familien, sich umweltbewusst verhalten können. Sie systematisiert Abfälle nach ihren Hauptbestandteilen, erläutert Produktion, Einsatz, Recyclingmöglichkeiten und Alternativen. Die Materialien sind Plastik, Glas, Papier, Metall, Textilien und Lebensmittel. Dinge, die uns tagtäglich umgeben, die wir zur Hand nehmen, uns damit bekleiden und die wir zu uns nehmen.

Jurystimme: „Dieses Buch füllt eine Lücke´, denn bisher kam das Thema Abfallvermeidung in Kinderbüchern viel zu kurz.“

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Kristina Scharmacher-Schreiber & Stephanie Marian: Wie viel wärmer ist 1 Grad

erschienen bei: Beltz & Gelberg, ab 7 Jahren

Vielfaltskriterien:

Umweltschutz, Klimaerwärmung

KIMI-Faktor:

Dieses Kindersachbuch behandelt ein wichtiges Thema – den Klimawandel. Dieses Thema setzt dieses Buch hervorragend um und berichtet in gut zusammengefassten Ausschnitten, was beim Klimawandel passiert.

Inhalt:
Wie warm ist es bereits auf der Erde? Wird es wirklich immer wärmer? Kann man die Wärme überhaupt spüren? Kinder wollen die Umwelt verstehen und gerade ist in ihrem Leben auch der Klimawandel sehr präsent. In dem Buch werden die Fragen in kurzen Texten und Bildern beantwortet. Es wird der Treibhauseffekt erklärt, die unterschiedlichen Klimazonen werden gezeigt und es wird das Klima von früher behandelt. Es zeigt auch, wie unser Handeln auf der Erde das Klima beeinflusst und wie wir die Erde vor der Wärme schützen können.

Jurystimme: „Ein wichtiges Buch zum Thema Klimaerwärmung.“

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Jess French: Verlorene Arten

illustriert von: Daniel Long, erschienen bei: Knesebeck, ab 8 Jahren

Vielfaltskriterien: Artenvielfalt, Umweltschutz, Verantwortung

KIMI-Faktor: Erst die Artenvielfalt macht das Leben auf diesem Erdball lebenswert und möglich. Dieses Buch macht uns schmerzhaft bewusst, was wir bereits verloren haben.

Inhalt: Das Buch stellt Tierarten vor, die im Laufe der Geschichte ausgestorben sind. Einige wenige sind prominent: Dinosaurier, Meeresreptilien oder Mammuts. Wer aber kennt den Taiwanischen Nebelparder, der erst seit 2013 als ausgestorben gilt oder den chinesischen Flussdelfin, der bis 2006 in China lebte? Auch ein Beutelwolf oder Magenbrüterfrosch sind nicht mehr auf diesem Erdball zu finden. Und die Ursachen? Jagd, Klimawandel, Lebensraumverlust.

Jurystimme: „Ein wichtiges Sachbuch, welches uns mahnt, Verantwortung für die Artenvielfalt auf diesem Planeten zu übernehmen.“

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Jess French: So viel Müll! Wie du die Umwelt schützen kannst

erschienen bei: Dorling Kindersley, ab 7 Jahren

Vielfaltskriterien:

Umwelt, Naturschutz, Artenvielfalt

KIMI-Faktor:

Dieses Sachbuch ist in Kooperation mit der Naturschutzjugend im NABU entstanden. Es wird anhand vieler Bilder und kurzer, prägnanter Texte unter anderem auf die Probleme der Ausbeutung natürlicher Ressourcen, die verschiedenen Arten der Umweltverschmutzung und Waldrodung eingegangen, was drastische Konsequenzen nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Artenvielfalt auf unserer Erde hat.

Inhalt: Auf 73 Seiten wird das Thema Naturschutz eingehend behandelt und von allen Facetten beleuchtet – angefangen bei den verschiedenen Arten der Umweltverschmutzung durch den Menschen über die Gewinnung der natürlichen Ressourcen aus der Umwelt, über das Problem mit unserem Haushaltsmüll und welche Konsequenzen die Mülldeponien und die Tonnen an Plastik in den Meeren auf Menschen-, Tier- und Pflanzenwelt haben bis hin zu wertvollen Tipps, wie der Müllverbrauch eingedämmt werden kann und was jede*r einzelne tun kann, um die Natur zu schützen.

Kinderjury: “Die Kinder waren sehr interessiert an dem Thema, haben viele Fragen gestellt und konnten ihre eigenen Erfahrungen zu dem Thema beitragen. Die vielen Fotos konnten eindrücklich auf die Problematik aufmerksam machen und haben die Kinder motiviert, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und auf ihren eigenen ökologischen Fußabdruck zu achten. Da das Buch sehr ausführlich über die Thematik informiert und jede Seite voller Informationen steckt, benötigen die Kinder jedoch eine lange Aufmerksamkeitsspanne oder sie schauen sich das Buch in mehreren Sitzungen mit einer erwachsenen Begleitperson an.”

“Dieses Buch ist genau zum richtigen Zeitpunkt erschienen. Die Thematik könnte nicht aktueller sein, in Zeiten von Fridays for Future, inmitten unserer Wegwerfgesellschaft.”

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Taisia Breiter

illustriert von: Taisia Breiter, erschienen bei: Matabooks, ab 5 Jahren

Vielfaltskriterien:

Umwelt, Buchrecycling, Freundschaft, Toleranz, Akzeptanz, Selbstvertrauen

KIMI-Faktor:

Ein lieblich gemaltes Kinderbuch aus Graspapier trägt eine Geschichte über Freundschaft, Respekt und Wertschätzung in die Welt.

Inhalt:

Der Elefant Willybo hat aufgrund seiner grauen Haut und den großen Ohren keine Freunde in der bunten Stadt der Tiere. Die Giraffen und das Pferd spotten nur über ihn. Schließlich verlässt Willybo traurig seine Heimat und reist durch die Welt. Auf seinem Weg begegnet er verschiedenen Tieren in Notlagen. Ihnen kann er mit seinen großen Ohren und seinem langen Rüssel gut helfen und findet so Freunde. Ja, mehr noch: Er erlebt Respekt, Achtung und Wertschätzung. Mit neuen Freunden und neuem Selbstvertrauen kehrt Willybo in die bunte Stadt zurück und gründet dort eine Feuerwache.

Jurystimme:

„Ein veganes, recycelbares Buch mit einer freundlichen Kindergeschichte.“

Zusatzerklärung:

Obwohl in unserer Alltagssprache Bücher vorwiegend aus Holz hergestellt werden, enthalten sie mehr tierische Bestandteile, als man denkt. Der Klebstoff kann aus Tierknochen (Glutinleim) hergestellt sein, die Druckfarbe enthält zum Teil Pigmente aus tierischen Bestandteilen (Karmin) und bei der Hydrophobierung des Papiers kommt ebenfalls Glutin zum Einsatz. Matabooks verzichtet auf diese tierischen Bestandteile und fertigt die Bücher dazu aus Grasfasern, die aus der näheren Umgebung stammen. So werden die Produkte besonders nachhaltig und fair hergestellt.

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Antonie Schneider: Wem gehört der Schnee

illustriert von: Pei-Yu Chang, erschienen bei: NordSüd, ab 5 Jahren

Vielfaltskriterien:

Toleranz, Umgang mit Ressourcen

Kimifaktor:

Das Buch, das sich im Untertitel auf Lessings ‚Ringparabel‘ beruft, zeigt am Beispiel eines „nutzlosen“ Geschenks an alle Menschen, dass es gilt, sich gemeinsam am Geschenkten zu erfreuen – und nicht, es eifersüchtig für sich in Anspruch zu nehmen.

Inhalt: In Jerusalem schneit es. Das ist ungewöhnlich. Die Kinder Rafi, Mira und Samir leben gemeinsam in der Stadt, gehören aber drei unterschiedlichen Weltreligionen an. Zunächst teilen sie den Schnee spielerisch unter einander auf. Dann aber geraten sie über der Frage, wessen Gott es hat schneien lassen, in Streit. Sie bringen den Schnee zum Rabbi, zum Priester und zum Imam, doch der Schnee schmilzt unterwegs. Alle Geistlichen sind sich einig: der Schnee lässt sich so wenig festhalten, wie Gott sich festhalten lässt. Die enttäuschten Kinder stellen fest, dass es richtiger gewesen wäre, mit dem Schnee einfach nur gemeinsam zu spielen, als über seine Herkunft zu streiten und die Besitzrechte zu klären.

Jurystimme: „Kein Gott ist der Beste.“ (Anna, 4 Jahre)

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arlo Macrì & Carolina Zanotti: Unsere Erde: Wenn wir sie schützen, beschützt sie uns

illustriert von: Mauro Sacco & Elisa Vallarino , erschienen bei: 360 Grad, ab 3 Jahren

Vielfaltsmerkmale:

Klimawandel

Der KIMI-Faktor:

Die dynamischen Illustrationen regen eine Diskussion über hochaktuelle und gesellschaftlich brisante Themen an und lassen eigenes Handeln hinterfragen. Das Buch handelt vom Planten Globux und ermöglicht so einen Außenblick und einen Perspektivwechsel auf den von uns bewohnten Planten und unseren Umgang mit der Erde.

Inhalt: Warum beuten wir unsere Erde so aus? Ist es zu spät, sie zu retten? Das Schicksal unseres Planeten liegt in unseren Händen, in den Händen der Menschen. Ein Brief vom Planeten Globux zeigt, was auch in Zukunft auf der Erde passieren kann, wenn nicht auf die Umwelt geachtet wird. Werden die Menschen ihre Lektionen lernen und unsere schöne Erde retten?

Jury-Stimme: „Ein Bilderbuch, dass sensibilisiert für die existenziellsten und dringlichsten Fragen unserer Zeit.“

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Michael Engler: Regenland & Trockenland

illustriert von: Jan Birck & Joëlle Tourlonias, erschienen bei: 360 Grad, ab 6 Jahren

Vielfaltskriterien:

Klima, Freundschaft, Selbstvertrauen, Tierliebe, Kulturen und Herkunft erfahrbar machen

KIMI-Faktor:

Durchhalten, egal welche Bedingungen herrschen; Träume erfüllen und am Ende steht der Anfang einer großen Freundschaft.

Inhalt:

Lamar wohnt in einem extrem regnerischen Land mit seinem Huhn Dolores. Die beiden wollen endlich wieder Sonne spüren. Im Gegensatz dazu haben Neneh und ihr Wüstenfuchs zu viel Sonne und kein Wasser. Beide machen sich auf einen langen Weg, auf dem sie körperlich an ihre Grenzen stoßen. Die Leser*innen erfahren, wie es sich in der jeweiligen Gegend anfühlen muss. Die Protagonist*innen geben beide auf ihrem Weg nicht auf und stellen sich Hitze, Trockenheit, Regen und Überschwemmungen. In der Mitte treffen beide aufeinander und werden Freunde. Das Buch ist als Wendebuch gestaltet, bei dem zwei Illustrator*innen mitgearbeitet haben. Auf diese Weise werden die unterschiedlichen Bedingungen ganz unterschiedlich bildlich erzählt.

Jurystimme:

„Das Buch macht nachdenklich. Es zeigt, wie es Kindern unter anderen Umweltbedingungen geht, wenn sie ein Ziel erreichen wollen. Es lohnt sich alles – für die Freundschaft.“

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Eymard Toledo: Juju und Jojô

illustriert von: Eymard Toledo, erschienen bei: Baobab Books, ab 5 Jahren

Vielfaltsmerkmale:

People of Color, Kulturen und Herkunft erfahrbar machen, Umwelt, Umweltbewusstsein, Verhältnis zur Natur, Geschlechterzuschreibungen

Der Kimi-Faktor:

Im Buch werden Mensch und Natur, die Entfremdung voneinander, der Zwiespalt sowie ihre unbestreitbare Zusammengehörigkeit und Abhängigkeit in der Stadt deutlich. Das zeigt sich, wenn Juju gezielt dort Insekten sucht, wo ihre Schwester nach Süßigkeiten schaut oder wenn Menschen sich einerseits über den Lärm der Insekten beschweren und andererseits den Lärm der Autos nicht wahrnehmen. Oder wenn ersichtlich wird, dass sich sowohl die Insekten als auch Menschen zu einem einzelnen Baum hingezogen fühlen. Das Buch mit seiner ruhigen Sprache und seinen detailreichen Collagen schafft es, in einer herrlich unaufgeregten Stimmung gleich mehrere Themen wie Urbanität, Insektensterben und Freundschaft über Generationen hinweg anzusprechen. Gleichzeitig wird eine kleine Insektenkunde von mehr als zehn Insekten gegeben. Des Weiteren wird eine Liebe für die sonst so vernachlässigten Tiere geweckt sowie der Fokus auf die lediglich in Brasilien wachsende Baumstammkirsche gelenkt. Ebenso wird deutlich, dass es nicht viel braucht, um auch in der Stadt Kindern Naturerfahrungen zu ermöglichen: Manchmal reicht schon eine einzige Pflanze, wie uns Juju eindrucksvoll zeigt.

Inhalt:

Zunächst zeichnet diese ungewöhnliche Großstadtgeschichte ein ruhiges Bild einer brasilianischen Stadt am Sonntagmorgen. Die Zwillingsschwestern Juju und Jojô wohnen in dem kleinsten Haus, das einst das größte gewesen ist. Weit und breit gibt es eng beieinander stehende Hochhäuser. Nur ein Jabuticababaum scheint das letzte Stück Natur zu sein in dieser Stadt. Juju interessiert sich dabei für jedes Krabbeltier, das auf und um den Baum lebt, auch wenn das einige Menschen merkwürdig finden. Die Leidenschaft für Insekten teilt sie jedoch mit der ältesten Bewohnerin des Hauses, die im fünften Stock direkt über den Schwestern wohnt. Mit ihr verbindet sie eine Freundschaft. Beide setzen sich für die Tiere ein, was in mehreren Alltagsbeobachtungen deutlich wird. Juju beobachtet die verschiedenen Insekten wie Bienen, Stabheuschrecken und Ameisen ganz genau. Unter der Woche ist es laut und gedrängt in der Stadt, die Insekten nimmt man dann kaum wahr. Die Protagonistin begleitet ihre Mutter am Samstagmorgen zur Arbeit im dicht gedrängten Bus und rettet mithilfe ihres Glases mit Schraubdeckel eine Wespe, die beinahe von anderen Menschen totgeschlagen worden wäre. Für Juju ist klar: Sie wird Insektenforscherin! Am Ende folgt ein Glossar über die im Buch vorkommenden Insekten mit Informationen zur Lebensweise und ihrer Bedeutung sowie eine Erläuterung der Autorin zu eigenen in die Geschichte eingeflossenen Kindheitserinnerungen.

Jurystimme:

„Insekten mag ich eigentlich nicht, jetzt schon bisschen.“ Julika, 3 Jahre

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