Antonie Schneider: Wem gehört der Schnee

illustriert von: Pei-Yu Chang, erschienen bei: NordSüd, ab 5 Jahren

Vielfaltskriterien:

Toleranz, Umgang mit Ressourcen

Kimifaktor:

Das Buch, das sich im Untertitel auf Lessings ‚Ringparabel‘ beruft, zeigt am Beispiel eines „nutzlosen“ Geschenks an alle Menschen, dass es gilt, sich gemeinsam am Geschenkten zu erfreuen – und nicht, es eifersüchtig für sich in Anspruch zu nehmen.

Inhalt: In Jerusalem schneit es. Das ist ungewöhnlich. Die Kinder Rafi, Mira und Samir leben gemeinsam in der Stadt, gehören aber drei unterschiedlichen Weltreligionen an. Zunächst teilen sie den Schnee spielerisch unter einander auf. Dann aber geraten sie über der Frage, wessen Gott es hat schneien lassen, in Streit. Sie bringen den Schnee zum Rabbi, zum Priester und zum Imam, doch der Schnee schmilzt unterwegs. Alle Geistlichen sind sich einig: der Schnee lässt sich so wenig festhalten, wie Gott sich festhalten lässt. Die enttäuschten Kinder stellen fest, dass es richtiger gewesen wäre, mit dem Schnee einfach nur gemeinsam zu spielen, als über seine Herkunft zu streiten und die Besitzrechte zu klären.

Jurystimme: „Kein Gott ist der Beste.“ (Anna, 4 Jahre)

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Kirsten Boie: Vom Fuchs, der ein Reh sein wollte (CD)

gesprochen von: Karl Menrad, erschienen bei: Jumbo, ab 6 Jahren

Vielfaltskriterien:

Toleranz, Freundschaft, Mut, Zugehörigkeitsgefühl, Identitätsfindung, Familienkonstellationen

KIMI-Faktor:

Kann manGewohnheiten, Herkunft, Familie, Mentalität ändern, seine Vergangenheit über Bord werfen oder bleibt man immer man selbst? In dem tierischen Abenteuer geht es um Toleranz, um die Bedeutung von Freundschaft, Mut und Zugehörigkeitsgefühl.

Inhalt:

Es brennt im Wald. Die Waldtiere fliehen und versuchen, sich in Sicherheit zu bringen. Nach der Feuerbrunst hockt da ein „kleines graues Puscheliges“ und weint – ein kleiner Fuchs, der ein Reh sein wollte. Die Rehmutter nimmt sich des kleinen Fuchses an. Das Leben in der Rehfamilie ist für den kleinen Fuchs ungewöhnlich. Aber er ist nun nicht mehr allein. Er findet Freunde, auch oder möglicherweise gerade weil er viele Dinge ganz anders macht. Oder entstehen Freundschaften sowieso aus ganz anderen Gründen? Karl Menrad spricht anrührend, trägt Geborgenheit in die Kinderzimmer. Er fiept, schnaubt, zwitschert und grunzt die verschiedenen Tierstimmen gut unterscheidbar. Seine Stimme baut unaufdringlich Spannungsmomente auf und lässt die Bewegung der Tiere spüren.

Jurystimme: „Ein wichtiges Hörbuch zum Thema Vielfalt, welches durch eine glaubhafte Stimme eine schöne Geschichte lebendig werden lässt.“

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Julia Donaldson: Die Schnetts und die Schmoos

illustriert von: Axel Scheffler, erschienen bei Beltz & Geldberg, ab 4 Jahren

Vielfaltsmerkmale:

Konflikte überwinden, Liebe, diverse Familienkonstellationen, Toleranz, unbekannte Welten

Der KIMI-Faktor:

Vorurteile überwinden, aus Strukturen ausbrechen und dem eigenen Vorhaben folgen. Das Buch zeigt auf, wie wichtig Toleranz ist, um Familienzusammenhalt herzustellen.

Inhalt: Romeo und Julia mal anders! Beiden, Grete und Bernd wird von ihren Familienmitgliedern eingeredet, dass sie nichts miteinander zu tun haben sollen. Darauf verlassen sie die Erde und reisen zu einem anderen Stern. Die rote Grete und der blaue Bernd bekommen ein lilafarbenes Baby. Zur gleichen Zeit machen sich ihre Familien zusammen auf den Weg, um sie zu suchen. Langsam nähern sich die Familien einander an. Deren Unterschiede und Gemeinsamkeiten sind in köstlichen Reimen beschrieben und es ist kräftig und bunt illustriert – wie gewohnt bei den Büchern von Scheffler und Donaldson.

Jurystimmen: „Wunderschön und lustig gereimt. Man muss, wenn man das Buch liest, nicht nur einmal lachen.“

„Ohhhh das lilane Baby…und jetzt haben sich alle wieder lieb“ Johan (6 Jahre)

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