Jason Reynolds: Lu: Wir sind Familie

erschienen bei: dtv, ab 12 Jahren

Vielfaltsmerkmale:

People of Color, Albinismus, Mobbing, Familienzusammenhalt, Toleranz

KIMI-Faktor:

Jeder Mensch ist anders, sowie das Leben des Einzelnen selbst. So ist es auch bei Lu und dessen Familie. Zusammen sind sie stark.

Inhalt: Lu ist der vierte und letzte Teil der Laufreihe. Lu ist Albino und wird gemobbt, doch sein Lauf-Team gibt ihm Halt und er lässt sich nicht unterkriegen. Als der selbstbewusste, coole Lu erfährt, dass er ein Geschwisterchen bekommt, kann er es nicht fassen, denn eigentlich wurde seinen Eltern gesagt, sie können gar keine Kinder bekommen. Das Leben kann auch andere Wege einschlagen, wie er von seinem Vater weiß. Er war früher Drogendealer und arbeitet jetzt in der Prävention. Lu hilft ihm dabei. Er leidet an einer Lauf-Blockade, die ihm in einem Wettbewerb scheitern lassen könnte.

Jurystimme: „Reynolds schafft eine große Nähe zum Protagonisten. Sie ermöglicht Mitgefühl und Verständnis.“

Lina, 12 Jahre: „Manchmal laufen die Dinge eben anders als geplant“

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Mirjam Pressler: Dunkles Gold

erschienen bei: Beltz & Gelberg, ab 14 Jahren

Vielfaltskriterien:

Geschichte, Religion, Judentum, Christentum, Antisemitismus, Toleranz, Abschied, Neuanfang, Sinn des Lebens

KIMI-Faktor:

Verpackt in eine Liebesgeschichte verbindet dieses Buch unterschiedliche Zeitepochen miteinander und erzählt auf sehr beeindruckende Weise die Geschichte des Christentums, des Judentums und des Antisemitismus.

Inhalt: Die 15-jährige Laura lebt in Erfurt. Ihre Mutter ist Wissenschaftlerin und Fachfrau für jüdische Geschichte. Sie forscht über den 1998 bei Bauarbeiten gefundenen Schatz, den ein jüdischer Händler und Bankier wahrscheinlich 1349 vergraben hat und der heute in der Alten Synagoge ausgestellt ist. Laura ist eine begabte Zeichnerin. Sie zeichnet das Leben des damaligen Besitzers des Schatzes, nach. Rachel heißt seine Tochter, Joshua sein Sohn. Sie müssen fliehen vor der Pest und den Judenpogromen, deshalb vergräbt er seinen Besitz im Keller des Hauses. Kalman, der Vater, wird auf der gefährlichen Fahrt ermordet, Joschua bleibt bei einem Jahrmarkts-Fiedler und die 16-jährige Rachel schlägt sich zu Fuß bis Krakau durch. Dort wird sie von einem jungen Juden vor dem Ertrinken in der Weichsel gerettet und heiratet ihn später. Laura bekommt Hilfe für ihre Zeichnungen durch Alexej, einem jüdischen Mitschüler. Die beiden verlieben sich und müssen sich auch deshalb mit Antisemitismus und den eigenen Geschichten im Nationalsozialismus auseinandersetzen.

Jurystimme: „Zwei unterschiedliche Handlungsstränge und Zeitebenen bringen Tiefe und Vielseitigkeit in eine Geschichte über eine mittelalterliche, jüdische Welt, der Menschen, Bräuche und Riten.“

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Sarah Theel & Harvey: Nathan der Weise

erschienen bei: Jumbo, ab 7 Jahren

Vielfaltskriterien:

Religion, Toleranz

KIMI-Faktor:

Dieses Buch macht Religionsfreiheit, Wahrung der Menschenrechte und Toleranz durch einen neu arrangierten Literaturklassiker bereits Kindern gut zugänglich.

Inhalt: Nathan, ein Kaufmann und Jude aus der Stadt Jerusalem, soll dem Sultan Saladin Geld leihen. Doch statt über ein Darlehen zu sprechen, entwickelt sich eine Unterhaltung über die wahre Religion. Nathan beantwortet die Frage mit der bekannten Ringparabel – ein Gleichnis, welches zu einem friedlichen Miteinander und mehr Toleranz aufruft. Nathan der Weise ist eigentlich der Titel und die Hauptfigur eines fünfaktigen Ideendramas von Gotthold Ephraim Lessing, das 1779 veröffentlicht und am 14. April 1783 in Berlin uraufgeführt wurde. Sarah Theel hat die Geschichte für Kinder verständlich arrangiert.

Jurystimme: „Weltliteratur für Toleranz bezaubernd bunt und für Kinder verständlich aufbereitet.“

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Katya Balen: Mein Bruder und ich und das ganze Universum

erschienen bei: Carlsen, ab 11 Jahren

Vielfaltskriterien:

Menschen mit Behinderungen, Autismus, schwierige Familienverhältnisse, Akzeptanz

KIMI-Faktor:

Auf liebevolle Art und Weise gelingt es der Autorin ein schwieriges Thema für Kinder und Jugendliche zugänglich und verständlich zu machen. Die Hauptfigur Frank macht eine Entwicklung durch von Zorn und Eifersucht zu Akzeptanz und sogar Stolz.

Inhalt: In diesem Buch geht es um den 10-jährigen Frank und sein Leben mit seinen Eltern, seinen Freunden – und seinem Bruder Max. Max nervt. Er ist fünf Jahre alt, „benimmt sich aber wie ein Baby“, spricht mit den Händen und bekommt Anfälle, wenn es ihm zu laut ist oder wenn etwas anders ist als sonst. Max ist Autist. Deswegen braucht er viel Hilfe und Unterstützung, vor allem von seinen Eltern. Die wiederum sind ziemlich gestresst und obwohl sie es versuchen, haben sie kaum Zeit für Frank. Er ist deshalb sauer auf Max und manchmal auch eifersüchtig. Richtig wütend wird er aber, wenn der fiese Noah aus seiner Klasse über Max lästert. Und manchmal wünscht er sich, dass Max nicht da wäre. Alles wäre viel einfacher und vor allem würde es der Mutter wieder besser gehen. Denn in letzter Zeit wurde sie immer blasser und knochiger. Ein paar Mal hatte sie sogar Schlaganfälle.

Jurystimme: ‚‚Die Geschichte ist sehr berührend, herzerwärmend und an manchen Stellen auch etwas traurig. Franks Gefühle, Gedanken und Entscheidungen sind gut nachvollziehbar. Das Buch geht nahe. Es behandelt sehr wichtige Themen und ist überzeugend erzählt.‘‘

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Annet Schaap: Emilia und der Junge aus dem Meer

illustriert: Annet Schaap, erschienen bei: Thienemann, ab 10 Jahren

Vielfaltskriterien:

Menschen mit Behinderungen, Erfahrungen mit Gewalt, dysfunktionale Familien, Toleranz und Akzeptanz

KIMI-Faktor:

Eine märchenhafte Geschichte über schwierige Familienverhältnisse, eine ungewöhnliche Freundschaft, Resilienz und das Akzeptieren von Besonderheiten. Der Roman erinnert an „Die kleine Meerjungfrau“, erzählt aber aus einer neuen und zeitgemäßen Perspektive.

Inhalt: Die kleine Emilia lebt mit ihrem Vater an der Küste in einem Leuchtturm. Nach einem verheerenden Sturm, in dem ein Schiff an den Klippen zerschellt, werden die beiden getrennt und Emilia muss in das düstere Haus des Admirals ziehen, um dort ihre Schuld abzuarbeiten. Ein Monster, so die Gerüchte, soll in dem Haus wohnen. Emilia geht dem Geheimnis auf den Grund und freundet sich mit dem ‚‚Monster‘‘ an. So nehmen die zauberhaften, spannenden und turbulenten Ereignisse ihren Lauf zu, die sie zu vielen interessanten Persönlichkeiten und am Ende sogar zurück zu ihrem Vater bringen.

Jurystimme:

‚‚Buchstäblich ein fantastisches Buch!“

„Ein ganz großartiges und atemberaubendes Leseerlebnis.‘‘

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Susanne Göhlich: Das Schulschwein

illustriert von: Susanne Göhlich, erschienen bei: Peter Hammer Verlag

Vielfaltskriterien:

Interkulturelle und interreligiöse Lebenswirklichkeiten, Wertevielfalt, Überwinden von Vorurteilen

KIMI-Faktor:

Das Buch thematisiert auf heitere und vor allem kindgerechte Art und Weise das Überwinden von Vorurteilen und Einschränkungen durch Mut und Einfallsreichtum. Es geht um Unterschiede von Kulturen und Religionen, ohne dabei zu sehr im Detail zu verlieren.

Inhalt: Finn ist ganz aufgeregt, als er Montag früh in die Schule kommt. Er hat einen großartigen Vorschlag für das Schultier, das sich alle wünschen: Miss Piggy, ein Minischwein. Doch bevor er überhaupt zu Wort kommt, muss ein Konflikt gelöst werden. Laila hat sich auf den freien Platz neben Finn gesetzt. Er freut sich darüber. Aber Mehmet findet, dass türkische Mädchen nicht neben Jungs sitzen sollen. Erst die Lehrerin kann die Auseinandersetzung beenden. Als Finn dann endlich seinen Vorschlag äußern kann, hat Mehmet auch damit ein Problem: Schweine sind unrein und eignen sich deshalb gar nicht als Schultier. Dann ist aber Miss Piggy Finn heimlich gefolgt und erobert die Herzen der ganzen Klasse im Sturm. Allen voran das von Mehmet.

Jurystimme: ‚‚Eine tolle Geschichte. Lob der Toleranz.‘‘

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Taisia Breiter

illustriert von: Taisia Breiter, erschienen bei: Matabooks, ab 5 Jahren

Vielfaltskriterien:

Umwelt, Buchrecycling, Freundschaft, Toleranz, Akzeptanz, Selbstvertrauen

KIMI-Faktor:

Ein lieblich gemaltes Kinderbuch aus Graspapier trägt eine Geschichte über Freundschaft, Respekt und Wertschätzung in die Welt.

Inhalt:

Der Elefant Willybo hat aufgrund seiner grauen Haut und den großen Ohren keine Freunde in der bunten Stadt der Tiere. Die Giraffen und das Pferd spotten nur über ihn. Schließlich verlässt Willybo traurig seine Heimat und reist durch die Welt. Auf seinem Weg begegnet er verschiedenen Tieren in Notlagen. Ihnen kann er mit seinen großen Ohren und seinem langen Rüssel gut helfen und findet so Freunde. Ja, mehr noch: Er erlebt Respekt, Achtung und Wertschätzung. Mit neuen Freunden und neuem Selbstvertrauen kehrt Willybo in die bunte Stadt zurück und gründet dort eine Feuerwache.

Jurystimme:

„Ein veganes, recycelbares Buch mit einer freundlichen Kindergeschichte.“

Zusatzerklärung:

Obwohl in unserer Alltagssprache Bücher vorwiegend aus Holz hergestellt werden, enthalten sie mehr tierische Bestandteile, als man denkt. Der Klebstoff kann aus Tierknochen (Glutinleim) hergestellt sein, die Druckfarbe enthält zum Teil Pigmente aus tierischen Bestandteilen (Karmin) und bei der Hydrophobierung des Papiers kommt ebenfalls Glutin zum Einsatz. Matabooks verzichtet auf diese tierischen Bestandteile und fertigt die Bücher dazu aus Grasfasern, die aus der näheren Umgebung stammen. So werden die Produkte besonders nachhaltig und fair hergestellt.

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Antonie Schneider: Wem gehört der Schnee

illustriert von: Pei-Yu Chang, erschienen bei: NordSüd, ab 5 Jahren

Vielfaltskriterien:

Toleranz, Umgang mit Ressourcen

Kimifaktor:

Das Buch, das sich im Untertitel auf Lessings ‚Ringparabel‘ beruft, zeigt am Beispiel eines „nutzlosen“ Geschenks an alle Menschen, dass es gilt, sich gemeinsam am Geschenkten zu erfreuen – und nicht, es eifersüchtig für sich in Anspruch zu nehmen.

Inhalt: In Jerusalem schneit es. Das ist ungewöhnlich. Die Kinder Rafi, Mira und Samir leben gemeinsam in der Stadt, gehören aber drei unterschiedlichen Weltreligionen an. Zunächst teilen sie den Schnee spielerisch unter einander auf. Dann aber geraten sie über der Frage, wessen Gott es hat schneien lassen, in Streit. Sie bringen den Schnee zum Rabbi, zum Priester und zum Imam, doch der Schnee schmilzt unterwegs. Alle Geistlichen sind sich einig: der Schnee lässt sich so wenig festhalten, wie Gott sich festhalten lässt. Die enttäuschten Kinder stellen fest, dass es richtiger gewesen wäre, mit dem Schnee einfach nur gemeinsam zu spielen, als über seine Herkunft zu streiten und die Besitzrechte zu klären.

Jurystimme: „Kein Gott ist der Beste.“ (Anna, 4 Jahre)

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Kirsten Boie: Vom Fuchs, der ein Reh sein wollte (CD)

gesprochen von: Karl Menrad, erschienen bei: Jumbo, ab 6 Jahren

Vielfaltskriterien:

Toleranz, Freundschaft, Mut, Zugehörigkeitsgefühl, Identitätsfindung, Familienkonstellationen

KIMI-Faktor:

Kann manGewohnheiten, Herkunft, Familie, Mentalität ändern, seine Vergangenheit über Bord werfen oder bleibt man immer man selbst? In dem tierischen Abenteuer geht es um Toleranz, um die Bedeutung von Freundschaft, Mut und Zugehörigkeitsgefühl.

Inhalt:

Es brennt im Wald. Die Waldtiere fliehen und versuchen, sich in Sicherheit zu bringen. Nach der Feuerbrunst hockt da ein „kleines graues Puscheliges“ und weint – ein kleiner Fuchs, der ein Reh sein wollte. Die Rehmutter nimmt sich des kleinen Fuchses an. Das Leben in der Rehfamilie ist für den kleinen Fuchs ungewöhnlich. Aber er ist nun nicht mehr allein. Er findet Freunde, auch oder möglicherweise gerade weil er viele Dinge ganz anders macht. Oder entstehen Freundschaften sowieso aus ganz anderen Gründen? Karl Menrad spricht anrührend, trägt Geborgenheit in die Kinderzimmer. Er fiept, schnaubt, zwitschert und grunzt die verschiedenen Tierstimmen gut unterscheidbar. Seine Stimme baut unaufdringlich Spannungsmomente auf und lässt die Bewegung der Tiere spüren.

Jurystimme: „Ein wichtiges Hörbuch zum Thema Vielfalt, welches durch eine glaubhafte Stimme eine schöne Geschichte lebendig werden lässt.“

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Julia Donaldson: Die Schnetts und die Schmoos

illustriert von: Axel Scheffler, erschienen bei Beltz & Geldberg, ab 4 Jahren

Vielfaltsmerkmale:

Konflikte überwinden, Liebe, diverse Familienkonstellationen, Toleranz, unbekannte Welten

Der KIMI-Faktor:

Vorurteile überwinden, aus Strukturen ausbrechen und dem eigenen Vorhaben folgen. Das Buch zeigt auf, wie wichtig Toleranz ist, um Familienzusammenhalt herzustellen.

Inhalt: Romeo und Julia mal anders! Beiden, Grete und Bernd wird von ihren Familienmitgliedern eingeredet, dass sie nichts miteinander zu tun haben sollen. Darauf verlassen sie die Erde und reisen zu einem anderen Stern. Die rote Grete und der blaue Bernd bekommen ein lilafarbenes Baby. Zur gleichen Zeit machen sich ihre Familien zusammen auf den Weg, um sie zu suchen. Langsam nähern sich die Familien einander an. Deren Unterschiede und Gemeinsamkeiten sind in köstlichen Reimen beschrieben und es ist kräftig und bunt illustriert – wie gewohnt bei den Büchern von Scheffler und Donaldson.

Jurystimmen: „Wunderschön und lustig gereimt. Man muss, wenn man das Buch liest, nicht nur einmal lachen.“

„Ohhhh das lilane Baby…und jetzt haben sich alle wieder lieb“ Johan (6 Jahre)

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