Eric Bell: Dieses Leben gehört: Alan Cole – bitte nicht knicken

übersetzt von André Mumot, 304 Seiten, FISCHER Sauerländer, 14 Euro, ab 12

Als eBook erhältlich

Schon seit einiger Zeit hat Alan ein Geheimnis: Er ist in einen seiner Mitschüler verliebt. Scham und Verunsicherung halten ihn davon ab, offen mit der Situation umzugehen. Dazu kommt regelrechte Angst vor dem aggressiven Vater und nicht zuletzt vor dem hinterhältigen, älteren Bruder. Genau der ist es aber, der längst im Bilde ist und Alan nun genussvoll vor die Wahl stellt: sieben extrem herausfordernde Aufgaben zu lösen oder aber ein ungewolltes Outing zu erleben. Und Alan nimmt an … Eric Bell erzählt einfühlsam und mit großer Spannung, wie der Junge mit Hilfe seiner Freunde nicht nur die schwierigen Aufgaben meistert, sondern auch einen Weg findet, öffentlich zu seinen Gefühlen zu stehen.

Das sagt die Jugendlichen-Jury:

Alan Coles Geschichte ist als das beeindruckend spannende Coming-Out eines stark unter Druck gesetzten Jungen von der Jury gelesen worden. Seine Gefühlswelt ist sehr gut nachvollziehbar beschrieben und auch die Veränderungen in den Beziehungen zu seinen Freunden, final auch zu seinem Bruder, wurden sehr gemocht. Die Meinungen gingen dennoch auseinander: einige waren von Alan Coles Weg so richtig mitgerissen – andere sind ihn eher mitgegangen. Gut möglich wäre, dass dies an den fehlenden positiv besetzten weiblichen Figuren lag. Keine der weiblichen Figuren wurde gemocht – weder die auffallend unsympathisch gezeichneten Mitschülerinnen noch die ausgesprochen schwache Mutter erweckten viele Sympathien. Ob das an der vorwiegend weiblichen Sicht der Jugendjury lag, ist schwer zu sagen.

Das sagt die Erwachsenen-Jury:

Gekonnt packt Eric Bell eine ganze Anzahl “schwieriger” Themen in dieses Buch: familiäre Gewalt, Mobbing, Coming-Out. Dabei gelingt es ihm, anschaulich und nachvollziehbar Alans Gefühle und seinen Reifungsprozess auf eine Weise zu schildern, die nicht mitnimmt und nicht zuletzt Mut macht, sich gegen unfaires Verhalten zu wehren. Nur angerissen wurden die Ursachen für das jeweilige Verhalten der Eltern und des Bruders – hier wäre aus unserer Sicht etwas mehr Hintergrund wünschenswert gewesen.

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