Janet Clark u.a.: Wut: Eine Anthologie

erschienen bei: Loewe, ab 12 Jahren

Vielfaltsmerkmale:

inter- bzw. transkulturelle /interreligiösen Lebenswirklichkeiten, People of Color, Armutserfahrungen, Wertevielfalt, Menschenrechte, Frauenrechte, Erfahrungen mit Trauma, Krankheit, Tod, Politische Einstellungen, Gefühle aus verschiedenen Sichtweisen erfahrbar machen, Berufe im Zusammenhang mit Genderrollen, Geschlecht, Geschlechterrollen, vielfältige Gender-Identitäten (LGBTIQ), sexuelle Orientierung, Geschlechterzuschreibungen, Kulturen und Herkunft erfahrbar machen (Essen, Begrüßungen, Tanzen, Gewohnheiten, Bräuche, Musik, Feste, Rituale, Kleidung)

KIMI-Faktor:

Wut ist ein Jugendbuch, das aus vielen Kurzgeschichten unterschiedlicher Autor*innen besteht. Jede dieser Geschichten zeigt einen anderen Blick auf Wut, auf Hass, auf die eigenen Gefühle. Die Kapitel sind gefüllt von starken Emotionen und durch die clevere Aufteilung in eben diese Kapitel ist es Leser*innen möglich, nach einem das Buch zuzuklappen und zu verarbeiten.

Inhalt: Was verleitet Menschen, ihrer Wut auf diese Weise Ausdruck zu verleihen? Wann schlägt Wut in Hass um? Wann gelingt es, dass aus Wut Mut wird? 13 AutorInnen, YouTuber*innen und Songtexter*innen erzählen in dieser Anthologie von der Wut, einem Gefühl, das die Vernunft zu vertreiben versucht und doch die Kraft zur Veränderung hat. Wut ist ein zentraler Begriff des jungen 21. Jahrhunderts: „Wutbürger*innen“ tragen ihre Wut auf die Straße oder wählen „Protestparteien“, Jugendliche demonstrieren aus Wut über den Klimawandel. Wütende Bauern treffen auf wütende Tierschützer*innen. Häufig resultiert die Wut aus Angst vor dem, was fremd ist. Manchmal hilft Wut aber auch, verkrustete Strukturen oder Tabus aufzubrechen, wie die #MeTooDebatte zeigt. Und gerade junge Menschen suchen oft Wege, mit ihrer Wut umzugehen. Wut hat viele Farben und Formen. Diese Sammlung von Kurzgeschichten, Songtexten, Berichten und Bildern versucht, möglichst viele davon einzufangen.

Jurystimme: „Durch eine starke Sprache, ob in Prosa, Lyrik, Bildern, fiktionalen Geschichten oder Nacherzählungen eigener Erlebnisse ist das Buch sehr vielfältig und trifft jeden auf seine eigene Weise.“

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Amina Bile, Sofia Nesrine Srour, Nancy Herz: Schamlos

erschienen bei: Gabriel Verlag, ab 12 Jahren

Vielfaltsmerkmale:

Wertevielfalt, Meinungsfreiheit, interkulturelle und interreligiöse Lebenswirklichkeiten

KIMI-Faktor:

Wie sich schamlos als Muslima verhält, bringt Schande über die Familie. Wie Muslima damit umgehen und ihren eigenen Weg finden, das zeigt dieses Buch.

Inhalt: Drei starke junge Frauen – alle drei Muslima, Bloggerinnen, Feministinnen – erzählen von ihren eigenen Erfahrungen und Erlebnissen als junge Muslima in Norwegen und tauschen sich über wichtige Themen aus: Gleichberechtigung, Religion, Herkunft, Scham und Mobbing. Die drei setzen sich für Freiheit im Allgemeinen und für Meinungsfreiheit im Besonderen ein. Durch das Buch wird einem klar, was negative Sozialkontrolle ist und welche Auswirkungen sie hat: Familie, Freunde, Nachbarn oder andere Leute haben die Mädchen genau im Auge und urteilen ständig über ihr Verhalten. Das setzt die Mädchen unter Druck, sie haben oft Angst, sich „falsch“ zu verhalten. Dann gelten sie als „schamlos“, was bedeutet, dass dieses Mädchen sich zum Beispiel „nicht richtig“ kleidet oder Kontakte zu Jungs hat. Verhält sich ein Mädchen „schamlos“, dann bringt es nicht nur sich, sondern auch der eigenen Familie Schande. Im Buch erzählen die drei, wie sie selbst solche Situationen erlebt haben und wie sie mit diesen umgegangen sind. Die Autorinnen motivieren ihre Leserinnen (und Leser) den eigenen Entscheidungen zu folgen, sich nicht unfair behandeln zu lassen und die eigenen Wege zu gehen.

Jurystimme: „Ich fand es sehr interessant mehr über verschiedene Kulturen und das Leben von Muslima zu erfahren. Das meiste davon wusste/kannte ich noch gar nicht. Ich finde es toll, dass die drei Autorinnen so offen über ihre Erfahrungen sprechen und sich darüber austauschen.“

„Es gibt viele megaschöne Zeichnungen, aber auch Fotos und Extras, wie z.B. Peinlichkeitsskalen. Das sind Diagramme auf denen man sieht, wie sich das Schamgefühl von den dreien mit der Zeit verändert hat, mal ist es stärker ausgeprägt, mal weniger.“

„Ein Buch für alle – egal welches Geschlecht, welche Herkunft oder welche Religion.“

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Melisa Manrique & Manik Chander: Mama Superstar

erschienen bei: Mentor Verlag, ab 10 Jahren

Vielfaltsmerkmale:

inter- bzw. transkulturelle /interreligiösen Lebenswirklichkeiten, starke Frauenpersönlichkeiten

KIMI-Faktor:

Ein inspirierendes Buch über elf mutige ‚Migrant Mamas’ und ihre Kinder, über kulturelle Vielfalt und über die Mutterliebe, die alle Kulturen verbindet.

Inhalt: „Mama Superstar“ ist ein Porträtbuch, in dem es mal nicht um Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen oder Künstlerinnen geht, sondern um Mütter. Und die Frauen in dem Buch haben noch etwas gemeinsam: Sie sind alle aus anderen Ländern nach Deutschland gekommen (eine Mutter ist auch von Deutschland nach Holland gegangen und eine von Peru nach Italien) und haben hier ihre Kinder großgezogen. In einem für sie fremden Land, dessen Kultur ihnen zunächst wenig sagte, dessen Sprache sie nicht sprachen und oft unter finanziellen Schwierigkeiten leben mussten. Und trotzdem haben sie sich liebevoll um ihre Kinder gekümmert und alles dafür getan, dass sie in dem neuen Land eine Zukunft haben.

Jurystimme: „Dieses Buch ist eine Liebeserklärung und Danksagung an alle Mütter und insbesondere an diejenigen, die ihre Mutterrolle in der Fremde jeden Tag aufs Neue unter Beweis stellen müssen.“

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Mirjam Pressler: Dunkles Gold

erschienen bei: Beltz & Gelberg, ab 14 Jahren

Vielfaltskriterien:

Geschichte, Religion, Judentum, Christentum, Antisemitismus, Toleranz, Abschied, Neuanfang, Sinn des Lebens

KIMI-Faktor:

Verpackt in eine Liebesgeschichte verbindet dieses Buch unterschiedliche Zeitepochen miteinander und erzählt auf sehr beeindruckende Weise die Geschichte des Christentums, des Judentums und des Antisemitismus.

Inhalt: Die 15-jährige Laura lebt in Erfurt. Ihre Mutter ist Wissenschaftlerin und Fachfrau für jüdische Geschichte. Sie forscht über den 1998 bei Bauarbeiten gefundenen Schatz, den ein jüdischer Händler und Bankier wahrscheinlich 1349 vergraben hat und der heute in der Alten Synagoge ausgestellt ist. Laura ist eine begabte Zeichnerin. Sie zeichnet das Leben des damaligen Besitzers des Schatzes, nach. Rachel heißt seine Tochter, Joshua sein Sohn. Sie müssen fliehen vor der Pest und den Judenpogromen, deshalb vergräbt er seinen Besitz im Keller des Hauses. Kalman, der Vater, wird auf der gefährlichen Fahrt ermordet, Joschua bleibt bei einem Jahrmarkts-Fiedler und die 16-jährige Rachel schlägt sich zu Fuß bis Krakau durch. Dort wird sie von einem jungen Juden vor dem Ertrinken in der Weichsel gerettet und heiratet ihn später. Laura bekommt Hilfe für ihre Zeichnungen durch Alexej, einem jüdischen Mitschüler. Die beiden verlieben sich und müssen sich auch deshalb mit Antisemitismus und den eigenen Geschichten im Nationalsozialismus auseinandersetzen.

Jurystimme: „Zwei unterschiedliche Handlungsstränge und Zeitebenen bringen Tiefe und Vielseitigkeit in eine Geschichte über eine mittelalterliche, jüdische Welt, der Menschen, Bräuche und Riten.“

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Sarah Theel & Harvey: Nathan der Weise

erschienen bei: Jumbo, ab 7 Jahren

Vielfaltskriterien:

Religion, Toleranz

KIMI-Faktor:

Dieses Buch macht Religionsfreiheit, Wahrung der Menschenrechte und Toleranz durch einen neu arrangierten Literaturklassiker bereits Kindern gut zugänglich.

Inhalt: Nathan, ein Kaufmann und Jude aus der Stadt Jerusalem, soll dem Sultan Saladin Geld leihen. Doch statt über ein Darlehen zu sprechen, entwickelt sich eine Unterhaltung über die wahre Religion. Nathan beantwortet die Frage mit der bekannten Ringparabel – ein Gleichnis, welches zu einem friedlichen Miteinander und mehr Toleranz aufruft. Nathan der Weise ist eigentlich der Titel und die Hauptfigur eines fünfaktigen Ideendramas von Gotthold Ephraim Lessing, das 1779 veröffentlicht und am 14. April 1783 in Berlin uraufgeführt wurde. Sarah Theel hat die Geschichte für Kinder verständlich arrangiert.

Jurystimme: „Weltliteratur für Toleranz bezaubernd bunt und für Kinder verständlich aufbereitet.“

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Dayan Kodua: Odo

illustriert von: Robby Krüger, erschienen bei: Gratitude Verlag, ab 6 Jahren

Vielfaltskriterien:

People of Color, inter- bzw. transkulturelle/interreligiöse Lebenswirklichkeiten, Armutserfahrungen im kindlichen/familiären Alltag, Kulturen und Herkunft erfahrbar machen

KIMI-Faktor:

Die Geschichte gibt schwarzen Kindern Raum sich mit Odo zu identifizieren. Und da sie als ‚‚normales‘‘ afrikanisches Kind beschrieben wird, das mit Freunden spielt und zur Schule geht, erleben Leser*innen mit einem ähnlichen Hintergrund eine positive Repräsentation ihrer eigenen Person.

Inhalt: Es gibt viele Kinder, die gerne mit Puppen spielen, Odo ist eines von ihnen. Am liebsten spielt sie mit den selbst gebastelten Mangopuppen ihrer Mutter. Als die Sechsjährige eines Tages auf der Geburtstagsparty ihrer Freundin Afia zum ersten Mal eine schwarze Babypuppe sieht, ist sie hin und weg. Sie wünscht sich ebenfalls so eine Puppe, aber ihre Mutter kann es sich nicht leisten. Odo ist tieftraurig. Aber nach einem Gespräch mit dem Stammesältesten ist sie motiviert und hofft, dass ihr die Bemühungen in der Schule und ihre Gebete zu einer schwarzen Puppe verhelfen. Deshalb ist die Enttäuschung groß, als sich ihr Wunsch zu ihrem siebten Geburtstag nicht erfüllt. Ihre Party genießen sie und ihre Freundinnen trotzdem, vor allem aber die Muffins, die Odos Mutter gebacken hat. Die Muffins kommen so gut an, dass Odo die Idee kommt, diese zu verkaufen, um die Lebenssituation des Muttertochtergespanns zu verbessern. Anfangs ist die Mutter kritisch, doch zu ihrer Überraschung entpuppt sich die Idee als großer Erfolg. Mit jedem verkauften Muffin kommen sie ihrem Ziel ein Stück näher.

Jurystimme: „Solche Bücher hätte ich als Kind gebraucht, um mich normaler zu fühlen.“ (Ana, 20 Jahre)

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Fontäne-Team Berlin, Betül Özdemir: Meryem feiert im Kindergarten das Ramadanfest

illustriert von: Atiye Bayram, erschienen bei: Main-Donau Verlag, ab 3 Jahren

Vielfaltsmerkmale:

Interreligiös, Interkulturell, People of Color

Der KIMI-Faktor:

Das Buch informiert über das Ramadanfest und thematisiert außerdem verschiedene Religionen und Traditionen.

Inhalt: Es ist die Geschichte von Meryem und dem Ramadanfest. Dabei spielt nicht nur die familiäre Tradition eine große Rolle, sondern auch das Fest im Kindergarten. Dort wird in einem Stuhlkreis darüber gesprochen, welche Feste die Kinder kennen. Sie lernen dabei Neues über den Fastenmonat Ramadan und das Ramadanfest. Über die Geschenke, welche Meryem für jedes Kind mitgebracht hat, freuen sie sich natürlich besonders. Maria, ihre beste Freundin, hat ebenfalls ein Geschenk für Meryem und besucht zusammen mit ihrer Familie, Meryems Familie. Die beiden Freundinnen backen gemeinsam mit ihren Müttern Mondkekse und verschenken einen Teil an ihre Nachbarn.

Das sagt die Erwachsenen-Jury: „Anhand dieser Freundschaft wird der respektvolle und liebevolle Umgang für ein positives Miteinander betont. Religion, Kultur, Herkunft und Hautfarbe spielen für die zwei Freundinnen keine Rolle.“

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Karuna Riazi: Paheli. Spiel um alles oder nichts

übersetzt von Cornelia Panzacchi, Thienemann, 288 Seiten, 14,99 Euro, ab 10 Jahren

ISBN-10: 3522184912 ISBN-13: 978-3522184915

Vielfaltmerkmale:
People of Color, religiöse Lebenswirklichkeiten

Der KIMI-Faktor:
Der spannende Fantasy-Roman präsentiert als Heldin ein starkes muslimisches Mädchen, das einen Hijab trägt und Person of Color ist.

Inhalt:
Was für ein Abenteuer! Das Brettspiel, das Farah ihrem jüngeren Bruder Ahmad zum Geburtstag schenkt, entpuppt sich als Zauberwerk: Plötzlich verschwindet Ahmad ins Spielfeld! Farah und ihren Freund*innen bleibt nur ein kurzer Augenblick des Zögerns, dann springen sie hinterher und landen in einer märchenhaften Stadt voller Sanddünen, Türme und Paläste. Farah genießt bengalische Köstlichkeiten und Mondlicht, das man aus Flaschen

trinken kann. Um die Stadt wieder verlassen zu können, müssen die Freund*innen drei schier unlösbare Herausforderungen bestehen. Wer verliert, ist für immer darin gefangen. Gleichzeitig müssen sie auch noch unbedingt Ahmad finden. Ob ihnen das gelingt? Dabei ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Geheimnisvolle Sagengestalten bewohnen die Stadt und es gibt sogar eine mysteriöse Verbindung zu Farahs Lieblingstante. Der Mut und der Zusammenhalt der Kinder werden auf eine harte Probe gestellt, doch mit viel Schläue und Witz besiegen sie den Fluch, unter dem die Stadt leidet.
Ein Tanz zwischen den Welten, Kulturen, eine Einladung zur Überschreitung von eigenen Grenzen.
Die Farahs Familie ist muslimisch, stammt aus Bangladesh und lebt in New York. Die bengalischen Begriffe, die immer wieder ins Buch eingestreut sind, sind in einem Glossar am Ende des Buches erklärt.

Das sagt die Kinder-Jury:
Leseglück auf Umwegen! Der Titel und das Cover sind in der deutschen Ausgabe leider irreführend: Es wirkt, als handele sich die Geschichte ausschließlich von einem Mädchen. Das Cover der englischen Originalausgabe gefiel Jungen wie Mädchen deutlich besser, weil es drei verschiedene Kinder zeigt und damit dem Inhalt besser entspricht. Nach der Lektüre waren die Kinder entsprechend allesamt überrascht – und begeistert: Die Geschichte bietet eine abwechslungsreiche Handlung und Spannung pur, sowie durch die sehr unterschiedlich angelegten Charaktere der Kinder ein hohes Identifikationspotential.
Das Lesen mit Hilfe des bengalischen Glossars war sehr interessant!

Das sagt die Erwachsenen-Jury:
Eine spannende Fantasy-Geschichte, in der eine Gruppe von Kindern unterschiedlicher Charaktere und Fähigkeiten abenteuerliche Herausforderungen bewältigen muss. Farah und ihr Bruder sind People of Color. Kritisch anzumerken ist aus unserer Sicht, dass Farahs jüngerer Bruder Symptome von ADHS zeigt, was aber im weiteren Verlauf der Geschichte nicht weiter aufgenommen wird und die Eltern Farah viel Verantwortung für ihren Bruder übertragen. Auch wenn Farah im gesamten Verlauf der abenteuerlichen Geschichte aktiv und ihr Charakter nicht einer mädchenhaften Klischeedarstellung entspricht, so treten in ihrem Verhältnis zum Bruder doch die üblich weiblich gelesenen Verhaltensweisen zutage: Ausgleichend, deeskalierend, mit schlechtem Gewissen, weil sie das Gefühl hat, den Bruder im Stich zu lassen. Wir denken, der Charakter Farah hätte das Zeug dazu gehabt, übliche Geschlechterrollen zu verlassen.
Besonders gut hat uns gefallen, dass es am Ende eine nachvollziehbare Erklärung für den “bösen” Gegenspieler gibt. Schade, dass das Cover der deutschen Ausgabe so exotisierend ist, ebenso wie das altertümliche Setting der “orientalischen” Stadt.  

Kristina Aamand: Wenn Worte meine Waffe wären

Posted on 9. Mai 2019 by Suse Eich Bauer

übersetzt von Ulrike Brauns, 288 Seiten, Dressler, 16 Euro, ab 12

als eBook erhältlich

ISBN-10: 3791500988 ISBN-13: 978-3791500980

Vielfaltsmerkmale: Wertevielfalt, Toleranz, Religionen, Glauben, Geschlechterrollen, Homosexualität

Kimi-Faktor: Dieses Buch erzählt sanft, poetisch und eindrücklich, dass es immer mehrere richtige und oft doch sehr unterschiedliche Denkweisen über ein und dieselbe Sache gibt. So lässt sich letztlich nicht bestimmen, welche Sichtweisen richtig oder falsch sind. Es geht deshalb alleinig darum, auszuhandeln, auf welche Weise wir in Gesellschaften zusammenleben können.

Sheherazade, deine Worte verändern die Welt! Sie ist 17, lebt in Dänemark, ein Mädchen und die einzige Muslima an ihrer Schule. Sie hat es schwer und ihre Mutter feste Pläne für die Zukunft ihrer Tochter. Zudem wird die Mutter von Tag zu Tag religiöser. Ihr Vater leidet an den Erinnerungen an die Schrecken des Krieges und der Flucht. Schließlich muss er ins Krankenhaus. Das einzige, was Sheherazade hilft zu leben, sind ihre eigenen Worte, ihre Texte, die sie kunstvoll-provokativ mit Bildern verwebt. Und dann ist da zum Glück auch noch Thea. Als zunehmend Vertraute zeigt sie Sheherazade neue Blickwinkel auf das Leben. Und plötzlich hat sie keine Lust mehr zu schweigen, sondern möchte endlich für ihren Willen und ihre Freiheit einstehen. Sprachlich brillant erzählt und angereichert mit collagehaften Bildern einer mutigen Protagonistin.

Das sagt die Jugendlichen-Jury:

Kein leichter Einstieg für so manche Leser*in in der Jury, da der Beginn der Geschichte als recht zäh und langweilig erlebt wurde. Dann aber nimmt sie deutlich Fahrt auf und löste starke Gefühle aus: viel Mitgefühl für Sheherezades schwierige Familiensituation, aber auch Wut über die Ungerechtigkeiten, die sie erlebt. Eine empowernde Geschichte, die eventuell Mädchen in ähnlichen Situationen Mut macht, freier zu sein. Besonders das zine-artige Layout bzw. die tagebuchartigen Illustrationen kamen gut an.

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