Zanib Mian: Planet Omar: Nichts als Ärger

Illustriert von Nasaya Mafaridik, erschienen bei Loewe, ab 8 Jahren

Vielfaltskriterien: Interkulturalität, Familienkonstellationen, Muslimische Familien, Islam, Migration, Religion

KIMI-Faktor: Mit Humor schafft dieses Buch einen kindlichen, muslimischen Superhelden, der seinen Alltag mit unvoreingenommener Naivität preisgibt.

Inhalt: Omar ist 9 Jahre alt, lebt in London und hat viel Ärger: Mit seiner Fantasie gerät er ständig in irgendeinen Schlamassel. Seine große Schwester und ein Mitschüler nerven ihn. Zum Glück aber gibt es einen Mitschüler, der sein Freund wird und ihm beisteht. Man erhält Einblicke in das Leben einer modernen muslimischen Familie; beide Eltern sind Wissenschaftler*innen und arbeiten viel. Es gibt drei Geschwister und es wird viel Wert auf die Einhaltung der Traditionen gelegt. So erfahren Leser*innen beispielsweise, dass man 5 Mal am Tag beten muss und wie diese Gebete heißen.

Jurystimme: „Ein besonderes Buch, das neben Action und Spannung auch viel Informationen über den Alltag muslimischer Familien gewährt. Solche Literatur brauchen wir! Denn so lernen Kulturen sich vorurteilsfrei kennen.“

Stimme der Autorin: „I wrote these books because I think books are a good way to create intercultural empathy trough stories and perhaps a little bit of humor”, so die Autorin Zanib Mian in einem Videostatement über ihre Schreibintention bezüglich der Planet Omar-Reihe (Zanib Mian, 2020). Sie erläutert weiter, dass es ihr als pakistanischstämmiger Muslima wichtig sei, zum interkulturellen Verständnis beizutragen, da dies die Grundlage für die Entwicklung für Empathie sei (ebd.).

Kristina Aamand: Wenn Worte meine Waffe wären

Posted on 9. Mai 2019 by Suse Eich Bauer

übersetzt von Ulrike Brauns, 288 Seiten, Dressler, 16 Euro, ab 12

als eBook erhältlich

ISBN-10: 3791500988 ISBN-13: 978-3791500980

Vielfaltsmerkmale: Wertevielfalt, Toleranz, Religionen, Glauben, Geschlechterrollen, Homosexualität

Kimi-Faktor: Dieses Buch erzählt sanft, poetisch und eindrücklich, dass es immer mehrere richtige und oft doch sehr unterschiedliche Denkweisen über ein und dieselbe Sache gibt. So lässt sich letztlich nicht bestimmen, welche Sichtweisen richtig oder falsch sind. Es geht deshalb alleinig darum, auszuhandeln, auf welche Weise wir in Gesellschaften zusammenleben können.

Sheherazade, deine Worte verändern die Welt! Sie ist 17, lebt in Dänemark, ein Mädchen und die einzige Muslima an ihrer Schule. Sie hat es schwer und ihre Mutter feste Pläne für die Zukunft ihrer Tochter. Zudem wird die Mutter von Tag zu Tag religiöser. Ihr Vater leidet an den Erinnerungen an die Schrecken des Krieges und der Flucht. Schließlich muss er ins Krankenhaus. Das einzige, was Sheherazade hilft zu leben, sind ihre eigenen Worte, ihre Texte, die sie kunstvoll-provokativ mit Bildern verwebt. Und dann ist da zum Glück auch noch Thea. Als zunehmend Vertraute zeigt sie Sheherazade neue Blickwinkel auf das Leben. Und plötzlich hat sie keine Lust mehr zu schweigen, sondern möchte endlich für ihren Willen und ihre Freiheit einstehen. Sprachlich brillant erzählt und angereichert mit collagehaften Bildern einer mutigen Protagonistin.

Das sagt die Jugendlichen-Jury:

Kein leichter Einstieg für so manche Leser*in in der Jury, da der Beginn der Geschichte als recht zäh und langweilig erlebt wurde. Dann aber nimmt sie deutlich Fahrt auf und löste starke Gefühle aus: viel Mitgefühl für Sheherezades schwierige Familiensituation, aber auch Wut über die Ungerechtigkeiten, die sie erlebt. Eine empowernde Geschichte, die eventuell Mädchen in ähnlichen Situationen Mut macht, freier zu sein. Besonders das zine-artige Layout bzw. die tagebuchartigen Illustrationen kamen gut an.

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