Tania Witte: Die Stille zwischen den Sekunden

erschienen bei: Arena, ab 12 Jahren

Vielfaltsmerkmale:

Menschen mit Fluchterfahrungen, People of Color, inter- bzw. transkulturelle /interreligiösen Lebenswirklichkeiten, Wertevielfalt, Sprachvielfalt und Sprachpraxen, Kulturen und Herkunft erfahrbar machen, Erfahrungen mit Trauma, Krankheit, Tod, Verlust, Identität

KIMI-Faktor:

Dieses Buch macht Kontraste deutlich: Leben und Tod, Planen und Zufall, Leid und Glück. Die Themen sind vielfältig, aber aus authentischen Perspektiven erzählt. Am Ende stehen die Fragen: Wer bin ich? Und Was will ich vom Leben?

Inhalt: Mara ist „das Mädchen, das überlebt hat“, denn nur knapp ist sie einem Bombenattentat in der Hannoveraner U-Bahn entkommen. Seitdem ist für sie nichts mehr, wie es war. Die Eltern ihrer besten Freundin Sirîn lassen diese nicht mehr aus dem Haus und Sirîn meldet sich auch immer seltener. Mara sorgt sich um ihre beste Freundin und versucht, gemeinsam mit ihrem heimlichen Schwarm Chriso, herauszufinden, was bei Sirîn zu Hause los ist. Und am Ende ist dann nichts so, wie es scheint.

Jurystimme:

‚‚Die Stille zwischen den Sekunden’ ist ein packender Jugendroman, der von der ersten bis zur letzten Seite spannend ist. Jugendliche sollten mit diesem Roman jedoch keinesfalls alleine gelassen werden, da insbesondere das Ende psychisch sehr belastend und für die Protagonistin traumatisch ist. Dennoch ist das Buch sehr empfehlenswert, da es einen mitreißenden Schreibstil und liebevoll ausgearbeitete, vielfältige Charaktere mit interessanten Hintergründen hat. Beispielsweise wird einiges über die kurdische Kultur von Sirîns Familie erfahrbar gemacht, die vor Jahren aus ihrer Heimat geflohen sind. Auch soziale Medien werden indirekt kritisch unter die Lupe genommen, da Maras Schwarm Chriso auf dem Schulhof aufgenommene Videos im Netz hoch lädt und diese kommentiert.’’

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Luzie Loda: PS: Es gibt Lieblingseis

44 Seiten, Marta Press, 16 Euro

ISBN-10: 3848901536 ISBN-13: 9783848901531

Vielfaltmerkmale: Intersexualität, Geschlechterstereotype

Der KIMI-Faktor: Das Buch sensibilisiert für Intersexualität sowie Geschlechtsstereotype und macht geschlechtliche Vielfalt sichtbar. Es zeigt behutsam Facetten der alltäglichen Diskriminierung der dualen Geschlechterpraxis.

Bella erlebt ihre Einschulung und die ersten Wochen dieses neuen Lebensabschnittes mit Höhen und Tiefen. Bella ist intergeschlechtlich, das heißt, Bella hat „sowohl etwas von einem Mädchen als auch von einem Jungen.“ Die Kinder in Bellas Klasse demonstrieren, als sie im Sportunterricht den Sportarten geschlechterstereotyp zugewiesen werden. Seitdem kann jedes Kind die Sportart wählen, die es am liebsten mag. Bella weiß nicht, auf welche Toilette er in der Schule gehen soll und ist sehr traurig. Die liebevollen Eltern machen sich auch Sorgen. Dieses Problem von vielen intergeschlechtlichen Kindern ist sehr realistisch dargestellt und wird von der Autorin auch nicht aufgelöst. Bella hat jedoch einen tollen Papa, der in der Klasse spannende Fragen zum Thema Verschiedenheiten und Gemeinsamkeiten der Kinder stellt. Und Bella freut sich riesig über eine Einladung zu einer Geburtstagsfeier von einem neuen Freund.

Das sagt die Kinder-Jury:

Einige Kinder haben aufmerksam und konzentriert zugehört, andere fanden den Text zu lang und vermissten mehr und größere Bilder. In den Gesprächen mit den Kindern wurde deutlich, dass sie die Thematik des Buches, die Intergeschlechtlichkeit, nicht auf Anhieb verstanden haben. Denn bis dahin hatte keines der Kinder bewussten Kontakt mit intergeschlechtlichen Menschen. Insbesondere deshalb ist dieses Buch so wichtig. Für die pädagogische Arbeit ist zudem die Handreichung von QEERFORMAT sehr hilfreich. Denn QUEERFORMAT hat in Zusammenarbeit mit Ev-Blaine Matthigack von der Internationalen Vereinigung Intergeschlechtlicher Menschen – OII Germany e. V. eine Unterrichtshandreichung zum Thema Intergeschlechtlichkeit für die Grundschule erstellt, die sich auf dieses Buch bezieht. Diese Handreichung kann online hier abgerufen werden.

Das sagt die Erwachsenen-Jury:

Das Buch ‚PS: es gibt Lieblingseis‘ ist sehr gut geeignet, um mit jüngeren Kindern über das Thema Intergeschlechtlichkeit zu sprechen. Darüber hinaus streift es andere Themen, wie die Einschulung, beginnende Freund*innenschaften in einem neuen Umfeld und die Zusammenarbeit von Eltern mit Bildungseinrichtungen. ‚PS: es gibt Lieblingseis‘ hat ein Vorwort von Lucie Veith von Intersexuelle Menschen e.V. sowie Anregungen, um mit Kindern über das Buch und Intergeschlechlichkeit zu sprechen von der Berliner Bildungsintiative QUEERFORMAT.

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