Tobias Steinfeld: Kein Plan

erschienen bei: Thienemann: ab 13 Jahren

Vielfaltskriterien:

Identität, Schulabbruch

KIMI-Faktor:

Das Buch erzählt die Geschichte eines Jungen, der die Schule abbricht und sich auf die Suche nach seiner Zukunft begibt.

Inhalt: Abi, Lehre, Start-up – Zukunft geht klar! Für die meisten jedenfalls, die auch gleich ein paar nette Ideen für Alberts Zukunft anzubieten haben. Sein Vater rät zum Studium, seine Freundin will, dass er Maurer wird, das gibt Muskeln! Nur Albert selbst hat keinen Plan, was er nach der Schule machen soll. Seine Verzweiflung führt ihn in ein verrücktes Abenteuer, das mit einer Rudermaschine beginnt, ihn auf einen Schäferhof führt und mit Freunden fürs Leben endet. Und dazwischen? Schräge Außenseiter, ein Drohbrief, Wölfe, ein Kuss und jede Menge Schafe.

Jurystimme: „Das Leben ist eine Reise, bei der man nicht weiß, wann man angekommen ist. Beruhigend aber ist es zu wissen, wo man gerade steht.“

„Jugend ist in eine Zeit, in der es erlaubt ist, aus seinem Leben vorerst nichts zu machen.“

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Tania Witte: Die Stille zwischen den Sekunden

erschienen bei: Arena, ab 12 Jahren

Vielfaltsmerkmale:

Menschen mit Fluchterfahrungen, People of Color, inter- bzw. transkulturelle /interreligiösen Lebenswirklichkeiten, Wertevielfalt, Sprachvielfalt und Sprachpraxen, Kulturen und Herkunft erfahrbar machen, Erfahrungen mit Trauma, Krankheit, Tod, Verlust, Identität

KIMI-Faktor:

Dieses Buch macht Kontraste deutlich: Leben und Tod, Planen und Zufall, Leid und Glück. Die Themen sind vielfältig, aber aus authentischen Perspektiven erzählt. Am Ende stehen die Fragen: Wer bin ich? Und Was will ich vom Leben?

Inhalt: Mara ist „das Mädchen, das überlebt hat“, denn nur knapp ist sie einem Bombenattentat in der Hannoveraner U-Bahn entkommen. Seitdem ist für sie nichts mehr, wie es war. Die Eltern ihrer besten Freundin Sirîn lassen diese nicht mehr aus dem Haus und Sirîn meldet sich auch immer seltener. Mara sorgt sich um ihre beste Freundin und versucht, gemeinsam mit ihrem heimlichen Schwarm Chriso, herauszufinden, was bei Sirîn zu Hause los ist. Und am Ende ist dann nichts so, wie es scheint.

Jurystimme:

‚‚Die Stille zwischen den Sekunden’ ist ein packender Jugendroman, der von der ersten bis zur letzten Seite spannend ist. Jugendliche sollten mit diesem Roman jedoch keinesfalls alleine gelassen werden, da insbesondere das Ende psychisch sehr belastend und für die Protagonistin traumatisch ist. Dennoch ist das Buch sehr empfehlenswert, da es einen mitreißenden Schreibstil und liebevoll ausgearbeitete, vielfältige Charaktere mit interessanten Hintergründen hat. Beispielsweise wird einiges über die kurdische Kultur von Sirîns Familie erfahrbar gemacht, die vor Jahren aus ihrer Heimat geflohen sind. Auch soziale Medien werden indirekt kritisch unter die Lupe genommen, da Maras Schwarm Chriso auf dem Schulhof aufgenommene Videos im Netz hoch lädt und diese kommentiert.’’

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Kirsten Boie: Vom Fuchs, der ein Reh sein wollte (CD)

gesprochen von: Karl Menrad, erschienen bei: Jumbo, ab 6 Jahren

Vielfaltskriterien:

Toleranz, Freundschaft, Mut, Zugehörigkeitsgefühl, Identitätsfindung, Familienkonstellationen

KIMI-Faktor:

Kann manGewohnheiten, Herkunft, Familie, Mentalität ändern, seine Vergangenheit über Bord werfen oder bleibt man immer man selbst? In dem tierischen Abenteuer geht es um Toleranz, um die Bedeutung von Freundschaft, Mut und Zugehörigkeitsgefühl.

Inhalt:

Es brennt im Wald. Die Waldtiere fliehen und versuchen, sich in Sicherheit zu bringen. Nach der Feuerbrunst hockt da ein „kleines graues Puscheliges“ und weint – ein kleiner Fuchs, der ein Reh sein wollte. Die Rehmutter nimmt sich des kleinen Fuchses an. Das Leben in der Rehfamilie ist für den kleinen Fuchs ungewöhnlich. Aber er ist nun nicht mehr allein. Er findet Freunde, auch oder möglicherweise gerade weil er viele Dinge ganz anders macht. Oder entstehen Freundschaften sowieso aus ganz anderen Gründen? Karl Menrad spricht anrührend, trägt Geborgenheit in die Kinderzimmer. Er fiept, schnaubt, zwitschert und grunzt die verschiedenen Tierstimmen gut unterscheidbar. Seine Stimme baut unaufdringlich Spannungsmomente auf und lässt die Bewegung der Tiere spüren.

Jurystimme: „Ein wichtiges Hörbuch zum Thema Vielfalt, welches durch eine glaubhafte Stimme eine schöne Geschichte lebendig werden lässt.“

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Jutta Treiber: Na ja

illustriert von: Susanne Eisermann, erschienen bei: Tyrolia, ab 4 Jahren

Vielfaltskriterien:

vielfältige Körperformen, Selbstbestimmung, Identität

KIMI-Faktor:

Das Buch mit seiner aussagekräftigen Sprache und seinen reduzierten Bildern regt dazu an, sich mit einer Vielzahl an Themen wie Selbstliebe, Selbstzweifel, Fremd- und Selbstbestimmung sowie Individualität auseinanderzusetzen.

Inhalt:

Auf dem Cover zeigen sich das Dreieck, der Kreis und das Quadrat nur halb. Sie sind unzufrieden mit ihrem Äußeren. Der eine findet sich zu rund, der andere zu spitz und wieder ein anderer zu eckig. Der Figurendoktor weiß Rat: „Kein Problem!“. So unterziehen sich die Drei einer schweren Prozedur und sehen danach noch unglücklicher aus als zuvor. Es wird abgesaugt, weggenommen und eingeschnürt, bis alle drei eiförmig und passiv dreinblicken. So geht der Figurendoktor erneut ans Werk und verändert die Figuren so stark, dass sie sich nun gar nicht mehr aufs Bild trauen. Am Ende wollen alle drei sie selbst sein. Die klaren Figuren in Aquarelltechnik gemalt, wirken verletzlich und verletzt und unterstreichen somit den schwierigen Weg zu sich selbst zu finden.

Jurystimme:

„Jedes ist, wie es ist“ (Emma, 5)

„Eine Geschichte von Einigen, die auszogen, um sich selbst lieben zu lernen.“

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Constanze von Kitzing: Ich bin anders als du – Ich bin wie du

illustriert von: Constanze von Kitzing, erschienen bei: Carlsen, ab 3 Jahren

Vielfaltsmerkmale:
Vorurteile hinterfragen, Geschlechterzuschreibungen, Identität

Der Kimi-Faktor:
Constanze von Kitzing ist mit „Ich bin anders als du – Ich bin wie du“ ein kluges Pappbilderbuch gelungen, das sowohl den Kleinsten als auch älteren Kindern und Erwachsenen einen Spiegel vorhält. Das Wendebuch gibt ein gutes Gefühl von Zusammengehörigkeit. Es nähert sich einmal über die Gemeinsamkeiten und einmal über die Unterschiede, jedoch nicht über die zunächst offensichtlichen. So gelingt es dem Buch mit unseren Vorurteilen zu spielen und diese auf liebevolle Weise zu hinterfragen, ohne mit dem erhobenen Zeigefinger daherzukommen.

Inhalt:

Ein Pappbilderbuch mit ganz viel Inhalt! Hier begegnet uns eine Vielzahl an Kindern mit einer Vielfalt an Körperformen, Familienkonstellationen und Interessen. Das Buch ist zum Wenden. Dabei gehören stets zwei Doppelseiten zusammen. Zum Beispiel sieht man auf einem Bild zwei Kinder mit Lockenköpfen und den Satzbeginn „Ich bin wie du, weil…“. Auf der nächsten Seite folgt die Auflösung, welche nichts mit der Frisur zu tun hat: „…wir gerne teilen.“ Bei „Ich bin anders als du“ wird dieses Prinzip ebenso aufgegriffen. So sieht man beispielsweise den Satzanfang „Ich bin anders als du, weil…“ mit einem Jungen und einem Mädchen. Beim Umblättern folgt dann die Auflösung: „ich mit rechts male und du mit links“. Diese Überraschungsmomente durchziehen das gesamte Buch. Sie spielen mit den eigenen Erwartungen und Vorurteilen und zeigen auf: Vielfalt ist so viel mehr als die Stereotypen in unseren Köpfen. In der Mitte des Buches folgt die gemeinsame Erkenntnis: „Ich bin ich!“.

Jurystimme:

„Ein Buch, welches bereits die Kleinsten begeistert und ermuntert, genau hinzusehen.“

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