Jason Reynolds: Ghost. Jede Menge Leben

übersetzt von Anja Hansen-Schmidt, 224 Seiten, dtv/Reihe Hanser, 14,95 Euro, ab 12

ISBN-10: 9783423640411 ISBN-13: 978-3423640411

als eBook (dtv/Reihe Hanser) und Hörbuch (Hörcompany) erhältlich

Vielfaltsmerkmale: Rassismus, Armut, Diskriminierung, Häusliche Gewalt

Kimi-Faktor: Kraftvoll und spannend weckt das Buch Widerstandsgeist und Solidarität.

Ghost ist schnell. Das rettete ihm in seiner Kindheit das Leben, als er vor seinem Vater davonrannte, der ihn und seine Mutter erschießen wollte. Der Gedanke, Laufsport zu betreiben, kam ihm nie in den Sinn. Zufällig gerät er jedoch in die Aufnahmeprüfung einer Laufmannschaft und der Trainer überzeugt ihn, dem Team beizutreten. Bis dahin war Ghosts Leben vor allem eins: schwierig. Seine Mutter und er haben wenig Geld, in der Schule wird er wegen seiner Klamotten ausgelacht und er reagiert darauf, indem er Mist baut. Durch den Einfluss des Trainers verändert sich Ghosts ganzes Leben und das Laufen beginnt ihm zu gefallen. Überraschenderweise findet er Halt bei den anderen neuen Mitgliedern der Mannschaft. Lu, Patty, Sunny und Ghost unterstützen sich gegenseitig und schon bald steht der erste Wettkampf an. Ghost geht in seinem neuen Mannschaftstrikot an die Startlinie, seine Mutter sitzt stolz im Publikum und Ghost möchte jetzt nur noch eins: Gewinnen!

Das sagt die Jugendlichen-Jury:

Dass die jugendlichen Protagonist*innen krasse Schicksäle erfahren, war ein erstes Fazit aus der Jugendjury. Die einschneidenden Erfahrungen von Patina und Ghost berührten und ihre Geschichten wurden von den Jugendlichen gerne verfolgt. Es fiel ihnen nicht schwer, mit den beiden Protagonisten mitzufühlen. Trotz der vielen schweren Themen, die beide Bücher enthalten, empfanden die Jugendlichen Reynolds’ Schreibstil als einfach und gut zu lesen. Die Schicksäle von Ghost und Patina über den Laufsport zu verbinden ist ungewöhnlich. Es bleibt spannend, welche Geschichten sich hinter den anderen beiden neuen Mannschaftsmitgliedern verbergen. Auch von außen überzeugte Jason Reynolds’ Reihe die Jugendjury: Eine coole Covergestaltung, die super zum Inhalt passt.

Das sagt die Erwachsenen-Jury:

Die ersten beiden Bände dieser Trilogie überzeugen durch die flotte Sprache und die vielschichtigen Porträts der Charaktere. Reynolds gelingt es, authentisch die Perspektive Schwarzer Jugendlicher aus der den USA wiederzugeben, die alle in mehr oder weniger ärmlichen Verhältnissen leben. Anschaulich vermittelt das Buch ihre Sorgen und Kämpfe, aber auch ihre Hoffnungen. Spannend und mit einer Prise Humor erzählen die beiden Bände auch von Widerstandsgeist und der Kraft der Solidarität.

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Eric Bell: Dieses Leben gehört: Alan Cole – bitte nicht knicken

übersetzt von André Mumot, 304 Seiten, FISCHER Sauerländer, 14 Euro, ab 12

ISBN-10: 373735488X ISBN-13: 978-3737354882

Als eBook erhältlich

Vielfaltsmerkmale: sexuelle Orientierungen, Mobbing und häusliche Gewalt

Kimi-Faktor: Dieses Buch macht Gefühle eines homosexuellen Jugendlichen fühlbar, seine tägliche Not mit Mobbingerfahrungen und zusätzlich erschwerender häuslicher Gewalt.

Schon seit einiger Zeit hat Alan ein Geheimnis: Er ist in einen seiner Mitschüler verliebt. Scham und Verunsicherung halten ihn davon ab, offen mit der Situation umzugehen. Dazu kommt regelrechte Angst vor dem aggressiven Vater und nicht zuletzt vor dem hinterhältigen, älteren Bruder. Genau der ist es aber, der längst im Bilde ist und Alan nun genussvoll vor die Wahl stellt: sieben extrem herausfordernde Aufgaben zu lösen oder aber ein ungewolltes Outing zu erleben. Und Alan nimmt an …

Das sagt die Jugendlichen-Jury:

Eric Bell erzählt die Geschichte des Jungen einfühlsam und mit großer Spannung, greift dabei besonders stark Themen, wie sexuelle Orientierungen, Mobbing und häusliche Gewalt auf und schildert was das mit der Psyche von Menschen macht und wie dies ihre Leben beeinflussen kann. Er zeigt aber auch, wie essenziell gute Freunde sind, ohne deren Hilfe Alan seine Aufgaben nicht meistern könnte. Bell beschreibt in seinem Werk, wie ein Junge einen Weg findet, öffentlich zu seinen Gefühlen zu stehen und wie ihm dabei immer wieder Hürden in den Weg geworfen werden, die er mit erstaunlich viel Mut überwindet. Dabei trifft er auf Akzeptanz, Ignoranz und Ablehnung in seinem Umfeld und das von unerwarteten Fronten.

Das sagt die Erwachsenen-Jury:

Dass der Hauptdarsteller, ein homosexueller Junge ist, kommt noch nicht so häufig vor, wie man es sich wünscht, da Figuren aus der LGBTQ Community nur als Nebencharaktere bedacht werden. Aber Bell schrieb dieses Buch mit dem Wunsch, auch jüngeres Publikum mit einer Geschichte zu erreichen, die einen jungen Helden hat, den die Leser unbedingt ins Herz schließen wollen.

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