Lucie Kolb: Suppenwetter oder eine Geschichte vom Stehlen, Schenken und Wegwerfen

illustriert von: Corinna Böckmann, erschienen bei: Südpol, ab 9 Jahren

Vielfaltskriterien:

Freundschaft, Gefühle wie Wut, Ärger, Neid, Nachhaltiger Gebrauch von Lebensmitteln, „Food-Retter“

KIMI-Faktor:

Es wird dieWertschätzung und Verwertung von bereits weggeworfenen Lebensmitteln thematisiert. Die Geschichte führt uns unsere Wegwerfgesellschaft und Verschwendung vor Augen.

Inhalt: Das Kinderbuch „Suppenwetter“ von Lucie Kolb erzählt von einem Mädchen namens Annie. Sie ist neu in der Stadt. Es fällt ihr zunächst schwer, Anschluss in der Schule zu finden. Sie wird geärgert und hat keinen leichten Start. Doch eines Tages entdeckt sie einen Mann mit einem ungewöhnlichen Rad, der Suppe ausschenkt – es ist ein Suppenfahrrad. Der Mann erklärt ihr, dass er nur bei Suppenwetter Suppe ausgibt. Er sucht die Zutaten aus dem Müllcontainer eines Supermarktes zusammen und verwertet sie. Als das besondere Rad dann geklaut wird, begibt sie sich auf die Suche nach dem Dieb des Suppenfahrrads und wird dabei Opfer einer gemeinen Falle.

Jurystimme: „Zu viele frische Lebensmittel landen im Müll, weil das Verfallsdatum abgelaufen ist, obwohl sie noch gut und schmackhaft sind. Das Buch lädt ein, über unsere Konsumgesellschaft nachzudenken.“

Buch hier bestellen!

María Teresa Andruetto: Clara und der Mann im großen Haus

illustriert von: Martina Trach, erschienen bei: Baobab Books, ab 6 Jahren

Vielfaltskriterien:

Selbstbestimmung, Gefühle aus verschiedenen Sichtweisen erfahrbar machen, Wertevielfalt, Mut

Der KIMI-Faktor:

Diese Geschichte lehrt uns viel über das Leben: z. B. mutig sein, miteinander in Verbindung sein. Sie lehrt uns die Kraft der Geschichten zu spüren, die unsere eigenen Kräfte wachsen lassen.

Inhalt: „Clara und der Mann im großen Haus“ ist ein wahres Kleinod, wie man es nicht alle Tage in der Welt der Kinder- (und Erwachsenen) bücher findet. Es ist die Geschichte von einem Mädchen namens Clara, das in einer bunten Welt lebt und durch die Bücher, die sie von dem „Mann am Fenster“ bekommt, in eine noch buntere Welt eintaucht. Jeden Tag bringt sie dem Mann, der sein Haus nicht verlässt, seine, von ihrer Mutter frisch gewaschene Wäsche, vorbei. Der Mann leiht ihr dafür im Gegenzug jeden Tag ein Buch aus. Clara erzählt dem Mann dafür von dem, was sie erlebt und erliest. Es entsteht eine sehr ehrliche und einfühlsame Bindung zwischen den beiden und ihre zwei sehr unterschiedlichen Welten werden durch die Bücher miteinander vereint. Im Laufe der Zeit öffnet sich der Mann und erzählt Clara, warum er das Haus nicht mehr verlässt.

Jurystimme: „Die beiden Protagonist*innen öffnen sich gegenseitig ihre „Fenster“ für ein tieferes Verständnis. In offenen Begegnungen kann man voneinander lernen, das zeigt dieses Buch, ganz gleich, ob alt oder jung, groß oder klein.“

„Eine einfühlsame Geschichte über Empathie, Fantasie, Offenheit und Mut.“

Buch hier bestellen!

Francesca Sanna: Ich und meine Angst

illustriert: Francesca Sanna, erschienen bei: NordSüd, ab 4 Jahren

Vielfaltskriterien:

Gefühle, Resilienz, Angst

KIMI-Faktor:

Alle Kinder haben Angst, wenn ihnen Fremdes und Fremde begegnen. Aber die Angst muss nicht wachsen. Sie schrumpft vielmehr auf ein handliches Format, wenn sie nur mutig aufeinander zugehen.

Inhalt:

Mit seiner Angst im Schlepptau, einer Art kleinem weißen Gespenst, erkundet ein Mädchen die Welt. Der Umzug in ein anderes Land lässt seine „Freundin“ Angst jedoch ständig wachsen. Sie erreicht nun Ausmaße, die es dem Mädchen unmöglich machen, sich mit seiner Angst noch frei zu bewegen. In der Schule isoliert die Angst das Mädchen, so dass es sich fremd und allein fühlt, bis sich ein Junge heranwagt. Bald entdecken sie beim Spielen, dass auch der Junge eine kleine Angst mit sich führt. Und siehe da: Auch die anderen Kinder tragen ihre kleinen Ängste mit sich! Francesca Sanna hat den Ängsten der Kinder ein liebevolles Antlitz gegeben. Obwohl sich alle Kinder nach ihrer Hautfarbe unterscheiden: Ihre Ängste unterscheiden sich nicht.

Jurystimme:

„Das Buch ist für die Arbeit zum Thema Angst unverzichtbar. Insbesondere die Illustrationen zeigen Angst personifiziert und ermöglichen zu etwas Abstraktem einen unmittelbaren Zugang.“

Buch hier bestellen!