Ilka Volz: Der kleine Dunkelfresser

illustriert von: Julia Dürr, erschienen bei: Magellan, ab 6 Jahren

Vielfaltskriterien:

Identifikationsmöglichkeiten für diverse Familienkonstellationen, Geschlechterrollen, Gefühle (hier Ängste), Freundschaft, Zuversicht

KIMI-Faktor:

Ein sensibel erzähltes Buch über neue Umgebungen und Erfahrungen und wie man mit den damit verbundenen Ängsten umzugehen lernt.

Inhalt: Die sieben-jährige Leonie zieht nach der Trennung ihrer Eltern innerhalb von Hamburg mit ihrer Mutter in eine neue Wohnung. Leonies bisherige Welt gerät ins Wanken, sie muss ihre neue Umgebung und die Menschen erst kennenlernen. Das fällt ihr nicht leicht und sie entwickelt verschiedene Ängste. Auf Opas Dachboden begegnet sie dem kleinen Dunkelfresser: Ein kleines, vor sich hin brummendes, seufzendes graues Knäuel mit kleinen Knopfaugen. Je mehr Dunkelheit der kleine Dunkelfresser isst, umso heller wird es um ihn herum. Nach dem ersten Schreck freundet sich Leonie mit ihm an. Sie muss nun nicht mehr bei Mama im Bett schlafen, der kleine Dunkelfresser bringt Leonie Licht ins Dunkel und abends im Bett erzählt sie ihm von ihren Sorgen, Ängsten und Erlebnissen. Leonie zeichnet Bilder vom kleinen Dunkelfresser. Zwei Mädchen in der Klasse lachen sie für ihre Zeichnungen aus. Ein Junge lädt sie ein, mit ihm in die Comiczeichen- AG zu gehen. Die beiden werden Freunde. Ihr neuer Freund zeichnet nicht nur gerne, sondern er besucht auch eine Tanzschule. Bisher hatte er sich dafür geschämt. Indem die Kinder ihre Ängste und Geheimnisse mit einander teilen, werden diese leichter und kleiner.

Jurystimme: „Dieses Buch macht Ängste für Kinder verstehbar und zeigt, wie man mit ihnen umgehen kann.“

‚‚Jeder hat doch vor irgendetwas Angst. Oft sogar vor Dunkelheit. Gut, dass es Nachtlichter und meinen großen Bruder gibt.‘‘ (Doro, 9 Jahre)

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Taisia Breiter

illustriert von: Taisia Breiter, erschienen bei: Matabooks, ab 5 Jahren

Vielfaltskriterien:

Umwelt, Buchrecycling, Freundschaft, Toleranz, Akzeptanz, Selbstvertrauen

KIMI-Faktor:

Ein lieblich gemaltes Kinderbuch aus Graspapier trägt eine Geschichte über Freundschaft, Respekt und Wertschätzung in die Welt.

Inhalt:

Der Elefant Willybo hat aufgrund seiner grauen Haut und den großen Ohren keine Freunde in der bunten Stadt der Tiere. Die Giraffen und das Pferd spotten nur über ihn. Schließlich verlässt Willybo traurig seine Heimat und reist durch die Welt. Auf seinem Weg begegnet er verschiedenen Tieren in Notlagen. Ihnen kann er mit seinen großen Ohren und seinem langen Rüssel gut helfen und findet so Freunde. Ja, mehr noch: Er erlebt Respekt, Achtung und Wertschätzung. Mit neuen Freunden und neuem Selbstvertrauen kehrt Willybo in die bunte Stadt zurück und gründet dort eine Feuerwache.

Jurystimme:

„Ein veganes, recycelbares Buch mit einer freundlichen Kindergeschichte.“

Zusatzerklärung:

Obwohl in unserer Alltagssprache Bücher vorwiegend aus Holz hergestellt werden, enthalten sie mehr tierische Bestandteile, als man denkt. Der Klebstoff kann aus Tierknochen (Glutinleim) hergestellt sein, die Druckfarbe enthält zum Teil Pigmente aus tierischen Bestandteilen (Karmin) und bei der Hydrophobierung des Papiers kommt ebenfalls Glutin zum Einsatz. Matabooks verzichtet auf diese tierischen Bestandteile und fertigt die Bücher dazu aus Grasfasern, die aus der näheren Umgebung stammen. So werden die Produkte besonders nachhaltig und fair hergestellt.

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Kirsten Boie: Vom Fuchs, der ein Reh sein wollte (CD)

gesprochen von: Karl Menrad, erschienen bei: Jumbo, ab 6 Jahren

Vielfaltskriterien:

Toleranz, Freundschaft, Mut, Zugehörigkeitsgefühl, Identitätsfindung, Familienkonstellationen

KIMI-Faktor:

Kann manGewohnheiten, Herkunft, Familie, Mentalität ändern, seine Vergangenheit über Bord werfen oder bleibt man immer man selbst? In dem tierischen Abenteuer geht es um Toleranz, um die Bedeutung von Freundschaft, Mut und Zugehörigkeitsgefühl.

Inhalt:

Es brennt im Wald. Die Waldtiere fliehen und versuchen, sich in Sicherheit zu bringen. Nach der Feuerbrunst hockt da ein „kleines graues Puscheliges“ und weint – ein kleiner Fuchs, der ein Reh sein wollte. Die Rehmutter nimmt sich des kleinen Fuchses an. Das Leben in der Rehfamilie ist für den kleinen Fuchs ungewöhnlich. Aber er ist nun nicht mehr allein. Er findet Freunde, auch oder möglicherweise gerade weil er viele Dinge ganz anders macht. Oder entstehen Freundschaften sowieso aus ganz anderen Gründen? Karl Menrad spricht anrührend, trägt Geborgenheit in die Kinderzimmer. Er fiept, schnaubt, zwitschert und grunzt die verschiedenen Tierstimmen gut unterscheidbar. Seine Stimme baut unaufdringlich Spannungsmomente auf und lässt die Bewegung der Tiere spüren.

Jurystimme: „Ein wichtiges Hörbuch zum Thema Vielfalt, welches durch eine glaubhafte Stimme eine schöne Geschichte lebendig werden lässt.“

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Stephan Kalinski & lian Botterill: Schneewittchen und die sieben Zwerge: A Modern Retelling

illustriert von: Claudia Piras, erschienen bei: Instinctively Limited Verlag, ab 6 Jahren

Vielfaltskriterien:

Geschlechterrollen, starke Mädchen, Mut, Freundschaft, PoC

KIMI-Faktor:

Auf ganz neue Weise ein altes Märchen erzählt. Endlich weg von den Klischees und Geschlechterzuschreibungen, die in fast allen Märchen vertreten sind.

Inhalt: In dieser Version von „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ wurden die typischen Merkmale von Schneewittchen getauscht. Schönheit steht nicht im Fokus, sondern der Mut und die Aufrichtigkeit. Auch die sieben Zwerge sehen nicht alle fast gleich aus. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und die Kinder stärkt. Wir müssen uns endlich nicht mehr entscheiden, ob wir den Märchenzauber im Kinderzimmer weglassen aufgrund der darin vorhandenen altmodischen Klischees.

Jurystimmen:

Lotta (3,7 Jahre), „Ich will auch die Mutigste sein!“

„Endlich fühle ich mich wohl beim Vorlesen eines Märchens.“

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Jory John: Roberta und Henry

illustriert von: Lane Smith, erschienen bei: Carlsen, ab 4 Jahren

Vielfaltskriterien:

Selbstbild, Toleranz, Freundschaft, Wertschätzung

KIMI-Faktor:

Hier treffen eine langhalsige Giraffe und eine kurzhalsige Schildkröte aufeinander, klagen sich ihr Leid und bauen sich gegenseitig auf. Ein Lob an die Freundschaft, die Unterschiedlichkeiten und die Toleranz! Das Buch überzeugt sowohl inhaltlich als auch optisch. Es ist lesefreundlich und wirkt motivierend.

Inhalt:

Roberta ist eine Giraffe und sehr unglücklich über ihren laaaangen Hals. Sie versucht, sich bzw. ihren Hals zu verstecken. Sie schmückt ihn mit Schals, Krawatten und Fliegen, um ihn „aufzuhübschen“. Auf dem Gipfel ihrer Verzweiflung legt sie ihr Haupt auf dem Panzer der Schildkröte Henry ab. Die ist im Gegensatz zu der eher wortkargen Giraffe sehr wortreich und huldigt der Schönheit und den Möglichkeiten ihres wundervoll langen und schönen Halses. Im Unterschied dazu verfügt Henry über so gut wie gar keinen Hals und kommt deshalb auch nicht an die ersehnten Bananen heran. Roberta hingegen kostet es nur wenige Sekunden. Eine Freundschaft beginnt, bei der sich beide ergänzen.

Jurystimme:

„Im freundlichen Gegenüber erst erkennen wir unsere eigene Stärke.“

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Michael Engler: Regenland & Trockenland

illustriert von: Jan Birck & Joëlle Tourlonias, erschienen bei: 360 Grad, ab 6 Jahren

Vielfaltskriterien:

Klima, Freundschaft, Selbstvertrauen, Tierliebe, Kulturen und Herkunft erfahrbar machen

KIMI-Faktor:

Durchhalten, egal welche Bedingungen herrschen; Träume erfüllen und am Ende steht der Anfang einer großen Freundschaft.

Inhalt:

Lamar wohnt in einem extrem regnerischen Land mit seinem Huhn Dolores. Die beiden wollen endlich wieder Sonne spüren. Im Gegensatz dazu haben Neneh und ihr Wüstenfuchs zu viel Sonne und kein Wasser. Beide machen sich auf einen langen Weg, auf dem sie körperlich an ihre Grenzen stoßen. Die Leser*innen erfahren, wie es sich in der jeweiligen Gegend anfühlen muss. Die Protagonist*innen geben beide auf ihrem Weg nicht auf und stellen sich Hitze, Trockenheit, Regen und Überschwemmungen. In der Mitte treffen beide aufeinander und werden Freunde. Das Buch ist als Wendebuch gestaltet, bei dem zwei Illustrator*innen mitgearbeitet haben. Auf diese Weise werden die unterschiedlichen Bedingungen ganz unterschiedlich bildlich erzählt.

Jurystimme:

„Das Buch macht nachdenklich. Es zeigt, wie es Kindern unter anderen Umweltbedingungen geht, wenn sie ein Ziel erreichen wollen. Es lohnt sich alles – für die Freundschaft.“

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Jana Bauer: Kleine Gruselfee

gesprochen von: Katja Danowski, erschienen bei: Jumbo, ab 5 Jahren

Vielfaltskriterien:

vielfältige Charaktere, Kameradschaft, Freundschaft, Solidarität

KIMI-Faktor:

In diesem Hörspiel wird Vielfalt fiktional und humorvoll erzählt. Durch die so hergestellte Leichtigkeit bekommen Kinder einen schnellen Zugang zu den Themen der Diversität.

Inhalt:

Die vorlaute Gruselfee wird von ihrer Urgroßmutter in den Wilden Wald geschickt, um den Wind zu zähmen und weil die kleine Gruselfee eine Tasse kaputt gemacht hat. Im Wilden Wald aber stellt sich ein griesgrämiger Igel in den Weg. Auch die anderen Tiere müssen sich erst an die kleine Gruselfee gewöhnen. Doch wie lernt man sich richtig kennen und respektieren?

Jurystimme:

„Ich fand die Geschichte super toll! Sie stärkt das Sozialverhalten! Ich und meine Schwester saßen am Tisch und haben gemalt und der Geschichte der kleinen Gruselfee gelauscht. Die Geschichten haben immer etwas Lehrreiches, z. B. wie man sich gegenüber anderen verhalten sollte.

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Rocio Bonilla: Geschwister!

illustriert von: Rocio Bonilla, Verlag: Jumbo, ab 3 Jahren

Vielfaltsmerkmal:

Gefühle, Geschwisterkonstellation, Familie

Der KIMI-Faktor:

Das Buch thematisiert das Leben von Geschwisterkindern, indem die verschiedenen Sichtweisen und Meinungen dargestellt werden.

Inhalt:

Es ist die Geschichte von zwei Geschwistern, welche sich viel streiten. Der kleine Bruder, der „Affe“, macht immer alles kaputt und ist eine Heulsuse. Dafür erzählt er die schönsten Geschichten. Die große Schwester, das „Nashorn“, muss immer alles bestimmen und ist langweilig, kann aber dafür die höchsten Türme bauen. Geschwister streiten sich zwar oft, merken aber am Ende des Tages, dass es schön ist, einen Bruder oder eine Schwester zu haben.

Das sagt die Erwachsenen-Jury:

„Das Wendebuch, welches von der einen Seite betrachtet die Geschichte der Schwester und von der anderen Seite die Geschichte des Bruders erzählt, ist durch die Illustrationen spannend gestaltet. Schön ist, dass nach den Aufzählungen, warum das andere Geschwisterkind anstrengend ist, doch die Erkenntnis kommt, dass sie sich gegenseitig unterstützen und zusammenhalten.“

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Przemyslaw Wechterowicz: Freunde für immer

illustriert von: Emilia Dziubak, erschienen bei: arsEdition, ab 3 Jahren

Vielfaltskriterien:

Freundschaft, kulturelle Vielfalt

KIMI-Faktor:

Verschiedenheit macht neugierig, schafft Bewunderung und lädt zum Nachahmen und Ausprobieren ein.

Inhalt:

Am Fuß einer alten Eiche leben eine Eulen- und eine Kaninchenfamilie friedlich beisammen. Obwohl sie so dicht beieinander wohnen, ist es schwierig, sich zu treffen. Denn am Tag ist die Hasenfamilie aktiv und hüpft auf der Wiese herum. Abends, wenn die Sonne untergeht, werden die kleinen Eulen aktiv und breiten bei den letzten Sonnenstrahlen ihre Flügel aus und fliegen los. So vergehen viele Tage und Nächte und die Tierkinder wissen nicht voneinander. Doch eines Tages begegnen sie sich, sind neugierig, ahmen sich nach und werden Freunde.

Jurystimme:

„Das Buch ist wirklich zauberhaft und in einer sehr schönen, ästhetischen Sprache geschrieben. Die Illustrationen laden zum Träumen ein und sprechen die Kinder allein wegen der Thematik, aber auch der magischen Momente an.“

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Zoubida Mouhssin: Ente steckt fest

illustriert von: Pascale Moutte-Baur, erschienen bei: Alibri, ab 4 Jahren

Vielfaltskriterien:

Freundschaft, eigene Stärken, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt

KIMI-Faktor:

Ente ist eigenwillig, gerät in Not und braucht Hilfe. Das Buch zeigt, dass Mitgefühl und Hilfsbereitschaft in Notsituationen unabhängig von Sympathie erfolgen müssen.

Inhalt:

Ente steckt fest, weil sie nachts auf einem See fest eingeschlafen und dabei festgefroren ist. Da helfen weder das Picken, Strampeln oder der Flügelschlag. Ente kann an ihrer Situation aus eigenen Kräften nichts ändern und ist auf Hilfe angewiesen. Statt zur Hilfe zu eilen, fragen die Tiere zunächst: „Wie hast du das denn hingekriegt?” Die Tiere lassen sich bitten, helfen nicht selbstverständlich, letztlich aber doch. Das Buch antwortet auf die Frage: Muss man jemandem wirklich helfen, der ständig genervt, gereizt und wütend ist? Die Antwort lautet: Ja! Bildelemente des Buches sind stark reduziert. Mimik ist kaum vorhanden. Die Gefühle der Tiere lassen sich nur erahnen und bieten deshalb viel Platz zur Deutung. Wie fühlt sich Ente, wie die helfenden Tiere?

Jurystimme:

„Dieses Buch wirft eine wichtige Frage auf: Muss ich helfen, auch wenn jemand unsympathisch ist? Ein Buch, welches nicht selbstredend ist, sondern eine echte Frage anbietet, über die zu streiten sich lohnt.“