Antje Herden: Keine halben Sachen

erschienen bei: Beltz & Gelberg, ab 14 Jahren

Vielfaltsmerkmale:

Pubertät, Sucht, einseitige Liebe, Schizophrenie, Freundschaft

KIMI-Faktor:

Eine rasante, wahrhaftige und packende Geschichte über Pubertät und Sucht und deren Abgründe. Dieses intensive Buch belehrt und verharmlost nichts.

Inhalt:

Robin ist gelangweilt von der Schule und seinem Leben. Bis Leon in seine Klasse kommt. Er ist der coole Einzelgänger der während der Schulzeit im Park sitzt und lieber kifft und und selbstsicher spielt. Robin lässt sich hinreißen die Tage mit ihm zu verbringen und Drogen zu konsumieren. Es entsteht eine intensive Freundschaft in der auch Gefühle, Träume und Ängste gelebt werden. Eines Tages lernen sie Karla und Anna kennen und mit Karla nimmt sein Rausch an Fahrt auf bis zum Absturz. Nach einem Horrortrip auf LSD im Wald mit Karla, versucht Robins Mutter an ihn ran zu kommen und ihm zu helfen, was jedoch die Situation verschlimmert. Es eskaliert. Knapp dem Tod entronnen muss Robin erkennen, dass Leon vielleicht doch nicht einfach nur Leon aus seiner Schule ist.

Jurystimme: „Dieses Buch ist ein Trip, der einen berauscht.“

„ Ein wahnsinnig packendes Buch mit einem unerwarteten Ende.“

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Susan Kreller: Elektrische Fische

erschienen bei: Carlsen, ab 12 Jahren

Vielfaltsmerkmale:

Umzug in ein fremdes Land, psychische Erkrankungen, Suchterkrankung in der Familie, Freundschaft, Hilfe

KIMI-Faktor:

Eine äußerst facettenreiche Geschichte über Heimweh, Zerrissenheit und ein Ankommen zum einen, und über den schwierigen Umgang mit Menschen mit psychischen Erkrankungen zum anderen.

Inhalt: Nach der Trennung ihrer Eltern muss die 12-jährige Emma mit ihrer Mutter und ihren zwei Geschwistern von Dublin zu ihren deutschen Großeltern nach Mecklenburg-Vorpommern ziehen. Die wohnen in einem kleinen Dorf an der Ostseeküste und sind wenig begeistert davon, ihre Tochter nach zwanzig Jahren Abwesenheit mit ihren Kindern aufnehmen zu müssen. Emma vermisst ihre Heimat und tut sich schwer, sich in ihrer neuen Umgebung einzuleben, findet jedoch einen Freund in Lewin, einem Mitschüler, dessen Mutter psychisch sehr krank ist und für die sich Lewin schämt. Als die Freundschaft zwischen den beiden Jugendlichen enger wird, planen sie die gemeinsame Flucht nach Irland.

Jurystimme: „Leise, präzise und gestochen scharf erzählt dieser Jugendroman vom Verlust des Vertrauten, von Fremdheitserfahrungen und davon, was Familie zusammenhalten kann.”

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Benjamin Tienti: Unterwegs mit Kaninchen

illustriert von: Anke Faust, erschienen bei: Dressler, ab 10 Jahren

Vielfaltskriterien:

Ein-Eltern-Familien, Geschlechterrollen, Freundschaft

KIMI-Faktor:

Eine tolle Geschichte über Freundschaften zwischen unterschiedlichen Persönlichkeiten und die Unterstützung, die man darin erfährt, aber auch über die innige Beziehung, die Kinder mit ihren Haustieren haben können.

Inhalt: Ein spannender Roadtrip, teilweise erzählt aus der Sicht eines Kaninchens: Andi wohnt mit seinem Vater und seinem Kaninchen Maikel in Berlin. Seine Mutter lebt in Süddeutschland in einer esoterischen Kommune. Eines Tages ziehen die gleichaltrige Fidaa und ihre Mutter bei Andi ein und plötzlich steht alles Kopf. Fidaa lässt Maikel fallen, der sich dabei ein Bein bricht und darauf eingeschläfert werden soll. Um sein geliebtes Haustier zu retten, packt Andi es in eine Kühlbox und begibt sich, mit Fidaa auf den Fersen, auf eine abenteuerliche Flucht Richtung Süden, auf der er so manche interessanten Persönlichkeiten und Helfer trifft.

Jurystimme: ‚‚Tolle Geschichte, sehr witzig geschrieben, mit allen Härten des Lebens. Skurrile Charaktere: Andrea, der Introvertierte, Fidaa, die Freche, all die Helfer… Hat mir sehr gut gefallen.‘‘

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Maja Lunde: Über die Grenze

illustriert von: Regina Kehn, erschienen bei: Urachhaus, ab 9 Jahren

Vielfaltskriterien:

Menschen mit Fluchterfahrungen, Vertrauen und Freundschaft

Kimi Faktor:

Das Buch behandelt das Thema Fluchterfahrungen. Durch die Freunde wird man in die Lage, in die Geschichte und die Erfahrung/Gefühl der Flucht hineinversetzt.

Inhalt: 1942 – Die Deutschen haben Norwegen erobert. Sarah und Daniel, zwei jüdische Kinder, sind auf der Flucht. Die erwachsenen Helfer werden verhaftet. Dafür springen zwei überaus tapfere norwegische Kinder ein. Gerda ist zehn und hat gerade „Die drei Musketiere“ gelesen. Naiv, abenteuerlustig und ausgestattet mit einem hitzigen Temperament, beschließt sie, Sarah und Daniel auf ihrer Flucht zu helfen. Es wird eine gefährliche Reise durch das Land. Und es stellt sich die Frage schaffen es die Kinder unentdeckt zu bleiben und ihr Freunde sicher zum Vater zu bringen?

Jurystimme: „Durch dieses Buch verstehe ich Kinder mit Fluchterfahrung besser.“ (Tim, 9 Jahre)

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Sharon Cohen: Mein rätselhafter Freund Rorty

erschienen bei: Carlsen, ab 10 Jahren

Vielfaltskriterien:

Familienkonstellationen, Mobbing, Freundschaft, Zusammenhalt

Kimi-Faktor:

Das Buch legt großen Wert auf den Zusammenhalt von Familie und Freundschaft.

Inhalt: Der 12-jährige Kofi ist gerade mit seiner Mutter im Auto unterwegs, als er es das erste Mal sieht: Dieses kleine haarige Wesen. Es kauert im Gebüsch. Was ist das? Ein Mensch? Wieder daheim bekommt Kofi beim Chatten äußerst merkwürdige Nachrichten. Ein gewisser Rorty Thrutch brauche angeblich ganz dringend seine Hilfe. Wer ist dieser Rorty Thrutch? Kofi möchte gern herausfinden, wer hinter den seltsamen Nachrichten steckt. Tatsächlich handelt es sich um diese kleine haarige Kreatur. Rorty hat außergewöhnliche Fähigkeiten. Er kann Dinge verschwinden lassen, sie mit Hilfe seiner Gedanken bewegen und sie sogar kopieren! Aber wie ist das nur möglich? Leider kann sich Rorty nicht an seine Vergangenheit erinnern. Kofi möchte Rorty helfen. Ihm wird klar, dass Rorty etwas ganz Besonderes ist und deshalb in Gefahr lauert. Böse Wissenschaftler sind hinter ihm her.

Jurystimme: „Es geht auch phantasievoll divers.“

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Lucie Kolb: Suppenwetter oder eine Geschichte vom Stehlen, Schenken und Wegwerfen

illustriert von: Corinna Böckmann, erschienen bei: Südpol, ab 9 Jahren

Vielfaltskriterien:

Freundschaft, Gefühle wie Wut, Ärger, Neid, Nachhaltiger Gebrauch von Lebensmitteln, „Food-Retter“

KIMI-Faktor:

Es wird dieWertschätzung und Verwertung von bereits weggeworfenen Lebensmitteln thematisiert. Die Geschichte führt uns unsere Wegwerfgesellschaft und Verschwendung vor Augen.

Inhalt: Das Kinderbuch „Suppenwetter“ von Lucie Kolb erzählt von einem Mädchen namens Annie. Sie ist neu in der Stadt. Es fällt ihr zunächst schwer, Anschluss in der Schule zu finden. Sie wird geärgert und hat keinen leichten Start. Doch eines Tages entdeckt sie einen Mann mit einem ungewöhnlichen Rad, der Suppe ausschenkt – es ist ein Suppenfahrrad. Der Mann erklärt ihr, dass er nur bei Suppenwetter Suppe ausgibt. Er sucht die Zutaten aus dem Müllcontainer eines Supermarktes zusammen und verwertet sie. Als das besondere Rad dann geklaut wird, begibt sie sich auf die Suche nach dem Dieb des Suppenfahrrads und wird dabei Opfer einer gemeinen Falle.

Jurystimme: „Zu viele frische Lebensmittel landen im Müll, weil das Verfallsdatum abgelaufen ist, obwohl sie noch gut und schmackhaft sind. Das Buch lädt ein, über unsere Konsumgesellschaft nachzudenken.“

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Holly Goldberg Sloan & Meg Wolitzer: An Nachteule von Sternenhai

erschienen bei: Carl Hanser, ab 10 Jahren

Vielfaltskriterien:

Unkonventionelle Familienformen, Homosexualität, starke Frauenpersönlichkeiten, Freundschaft zwischen vielfältigen Persönlichkeiten

KIMI-Faktor:

Der Kinderroman zeigt einerseits auf, wie vielfältig Familien sein können, ohne zu problematisieren oder zu werten, und andererseits, was für schöne Freundschaften zwischen sehr unterschiedlichen Menschen entstehen können.

Inhalt: Zwei Mädchen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und deren alleinerziehende Väter, die die verrückte und romantische Idee haben, dass sie eine Familie werden könnten: Bett und Avery, die Protagonistinnen dieses Kinderromans, wollen sich auf keinen Fall kennen lernen, beginnen aus Neugier dann aber trotzdem einander E-Mails zu schreiben, Fragen zu stellen und sich langsam anzufreunden. Als die Beziehung zwischen den beiden Vätern dann doch scheitert, ist es aber schon zu spät: Bett und Avery können sich ein Leben ohne einander nicht mehr vorstellen.

Jurystimme: ‚‚Superklasse und macht einen echt glücklich!‘‘

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Maria Farrer: Hallo, Herr Eisbär (CD)

gesprochen von: Jörg Pohlm, erschienen bei: Hörcompany, ab 7 Jahren

Vielfaltsmerkmale:

Behinderung, Geschwister, Eifersucht, Freundschaft

KIMI-Faktor:

Das Hörspiel tröstet all jene „Schattenkinder“, die schon früh lernen müssen, eigene Bedürfnisse für andere zurückzustecken.

Inhalt: Arthurs kleiner Bruder Liam ist ein besonderes Kind. Er erträgt weder Lärm, Menschenmengen, noch Veränderungen im alltäglichen Ablauf. Arthur selbst nimmt auf seinen Bruder Rücksicht, Tag für Tag. Eines Abends, als er eine wichtige Fußballübertragung nicht sehen darf, weil Liam einen schlechten Tag hat, reicht es ihm: Er packt seinen Notfallbeutel und rennt aus dem Haus – geradewegs in die Arme von Herrn Eisbär. Dieser steht da, mit etwas fischigem Mundgeruch und einem Koffer, auf dessen Anhänger Arthurs Adresse steht. Arthur quartiert den Eisbären in der Garage ein und nimmt ihn mit zur Schule. Auch Liam versteht sich hervorragend mit dem Tier. Doch ist Herr Eisbär nicht eigentlich Arthurs Freund? Arthur ist hin- und hergerissen zwischen Eifersucht und Zuneigung zu seinem Bruder. Herr Eisbär ist eigentlich ein unsichtbarer Freund, der allerdings von allen gesehen wird. In jedem Fall ist er ein Helfer in der Not für das Schattenkind Arthur.

Jurystimme: „Die klare, tröstende Stimme gibt all jenen ein Zuhause, die gelernt haben, dass es in der Welt nicht immer um sie selbst gehen kann.“

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Rieke Patwardhan: Forschungsgruppe Erbsensuppe

illustriert von: Rieke Patwardhan, erschienen bei: Knesebeck, ab 8 Jahren

Vielfaltsmerkmale:

Fluchttraumata, Freundschaft zwischen sehr unterschiedlichen Kindern, Erfahrungen mit Kriegstraumata

KIMI-Faktor:

In diesem Kinderbuch wird Integration vorgeführt: eine Bande aus einem ADHS-Kind, einem syrischen Flüchtlingskind und Nils. Spannend und einfühlsam wird gezeigt, dass nur Mut zur Offenheit und Freundschaft helfen kann.

Inhalt: Nils ist in der dritten Klasse, eher ruhig und schüchtern. Evi hingegen ist oft wütend und laut und wird deshalb neben Nils gesetzt. Da alle anderen aus der Klasse Teil einer Detektivbande sind, möchte Evi auch eine gründen – mit Nils! Als Lina, die neue Schülerin aus Syrien kommt, kann die Detektivarbeit beginnen. Lina wird von Evi und Nils mitgenommen zu den Bandentreffen, die jeden Nachmittag nach der Schule bei Nils Großeltern stattfinden. Sie kochen gemeinsam und erzählen sich Geschichten. Irgendwann wird Nils Oma seltsam, sie hortet Erbsensuppe und packt Koffer. Mit der Zeit wird deutlich, auch die Oma musste einmal flüchten und hat nun Angst bekommen, erneut fliehen zu müssen.

Jurystimme: „Dieses Buch zeigt, wie Integration auf Augenhöhe gelingen kann.“

Nils, 9, und seine Freundin Evi haben eine Detektivbande gegründet mit dem Ziel: Integration! Was für ein Glücksfall, dass ihre neue Mitschülerin Lina eine waschechte syrische Detektivin ist. Und der erste Fall für die Bande lässt natürlich nicht lange auf sich warten: Bei Nils Großeltern zu Hause scheint sich was verändert zu haben. Dinge verschwinden, Oma kocht nicht mehr und sie sammelt wie verrückt Dosensuppe. Nach und nach stellt sich heraus, dass Oma in ihrer Kindheit Dinge durchmachen musste, über die sie sich Jahrelang ausgeschwiegen hat, und die sie überraschenderweise mit Lina verbindet. Mit Offenheit und Vertrauen kann Oma aber endlich geholfen werden.

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Vanessa Walder: Die unausstehlichen & Ich – Das Leben ist ein Rechenfehler

illustriert von: Barbara Korthues, erschienen bei: Loewe, ab 10 Jahren

Vielfaltskriterien:

Familien mit Adoptiv- oder Pflegekindern, Überwindung von Unterschieden, vielfältige Charaktere, Kameradschaft, Freundschaft

KIMI-Faktor: Frech und witzig nimmt Enni ihr Leben als Waise in die Hand. Egal, welche Familiensituation Enni zugemutet wird, sie meistert sie.

Inhalt: Die elf-jährige Enni wird seit dem Tod ihrer Eltern von Pflegefamilie zu Pflegefamilie weitergereicht. Meistens aber kommt sie in irgendein Heim, wo ihre Wutanfälle und Schimpfwörter sie immer wieder in Schwierigkeiten bringen. Doch nun glaubt sie, endlich in einer Familie aufgenommen zu werden. Diese will sie aber in ein abgelegenes Internat in den Bergen schicken und mit Ennis Pflegebruder Noah in die Schweiz ziehen. Die beiden beschließen, wegzulaufen. Aber dann erwischt sie die Polizei. Noah zieht in die Schweiz und Enni landet im Internat. Dort angekommen schmiedet Enni schon Pläne, wie sie aus dem Internat ausbricht. Für den Gebrauch ihrer Schimpfwörter wird sie oft hart bestraft. Um auszubrechen braucht Enni die Hilfe ihrer ‚‚schrägen‘‘ Mitschüler*innen, die sich schließlich als sehr gute Freunde erweisen.

Bewertung der Kinderjury:

„Das Buch ist super gut geschrieben.“

„Enni ist dargestellt als ein sehr schwieriges Kind, aber sie hat Gefühle. Besonders für Noah und ihre neuen Freunde im Internat.“

„Ich persönlich finde es die beste Story überhaupt.“

„Immerhin hat Enni verlässliche Freunde gefunden am Ende. Ein sehr mitfühlendes und berührendes Buch!“

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