Kyrie McCauley: You are (not) safe here

erschienen bei dtv, ab 14 Jahren

Vielfaltskriterien: Coming of Age, Häusliche Gewalt

KIMI-Faktor: Mit literarischen Mitteln werden häusliche Gewalt und der Umstand, dass sich niemand wehrt, eindrücklich erzählt.

Inhalt: In Auburn in Pennsylvania ist seit Jahren alles gleich. Zumindest scheint es so, denn hier wird gekonnt über Probleme hinweggesehen. Stattdessen flucht man über die Krähen, die die Stadt seit neuestem heimsuchen. Alle empfinden diese als Bedrohung, alle außer die 17-jährige Leighton und ihre jüngeren Schwestern Camp-bell und Juniper. Denn für sie lebt die wahre Gefahr daheim: ihr Vater, der immer häufiger gewalttätig wird. Ihre Mutter, die schweigt, weil er sie doch liebt und sich entschuldigt. Die Nachbarn schauen weg, wie es in Auburn üblich ist.

Jurystimme: „Das Buch sensibilisiert für häusliche Gewaltformen und die eigenen Rollen.“

Ashley Herring Blake: Mein neues Herz lernt, wie man l(i)ebt

erschienen bei dtv, ab 11 Jahren

Vielfaltskriterien: Coming of Age, Herztransplantation, Gleichgeschlechtliche Liebe

KIMI-Faktor: Eine Liebes- und Lebensgeschichte, die berührt und glücklich macht.

Inhalt: Sunny hat ein neues Herz bekommen. Nach zwei Jahren Warten und Bangen beginnt endlich ihr neues Leben. Unbändige Freude, endlich wieder am Strand entlangrennen und schwimmen zu können und ihre Hoffnung, ihre Mutter nun vielleicht doch endlich kennenzulernen. Aber als erstes muss sie eine neue beste Freundin finden, mit der sie durch dick und dünn gehen kann. Dann will sie ganz viele außergewöhnliche Dinge tun, die sie mit ihrem alten Herzen niemals hätte machen können. Außerdem will sie unbedingt jemanden für ihren ersten Kuss finden. Und zwar einen Jungen. Auf jeden Fall einen Jungen. Denn die neue Sunny wird nur Jungen küssen wollen. Nicht mal im Traum wird sie daran denken, wie es wohl wäre ein Mädchen zu küssen? Doch dann taucht Quinn auf. Sie ist lustig, mutig und total hübsch. Schnell werden die beiden beste Freundinnen und Sunny merkt, dass sie noch mehr für Quinn empfindet. Das alles macht Sunny wahnsinnige Angst, da sie deswegen schon mal ihre beste Freundin verloren hat. Doch im Verlauf der Geschichte lernt sie, dass man manchmal einfach mutig sein muss. Es erfordert Mut, sich seinen Gefühlen zu stellen und herauszufinden, mit wem man zusammen sein möchte. Wem man sein Herz schenkt.

Jurystimme: „Ich hatte sogar Tränen in den Augen und das schafft sonst kein Buch bei mir.“

Sarah Jäger: Nach vorn, nach Süden

erschienen bei Rowohlt, ab 14 Jahren

Vielfaltskriterien: Soziolekt, Coming-of-age, Armut, sozioökonomische Verhältnisse

KIMI-Faktor: Ein mutiges Soziogramm über junge Menschen. Insbesondere der Soziolekt beeindruckt und macht die soziale Bedeutsamkeit des Sprachgebrauchs deutlich.

Inhalt: Dieses Buch kommt mit scheinbar harmlos wirkenden Episoden aus dem Leben von Jugendlichen daher. Lena heißt eine junge Frau, Erstsemester, die bei ihren Eltern ausgezogen ist. Die Unterstützung der Eltern reicht nicht, weswegen sie im Penny-Markt einer Ruhrgebietsstadt einen Nebenjob hat. Und der ist fast so etwas wie der Mitgliedsantrag bei besagter Hinterhof-Truppe. In der Hinterhof-Clique heißt Lena „Entenarsch“. Warum? Weil jeder einen Namen bekommt von Jo. Jo aber ist seit einiger Zeit verschwunden. Ein anderer Grund für die Suche ist Marie. Sie vermisst Jo, sie liebt ihn. Noch immer und trotz allem.

Jurystimme: „Das Buch erzählt junge Charaktere auf faszinierende Weise.“

Linn Skåber: Being Young: Uns gehört die Welt

illustriert von Lisa Aisato, erschienen bei Rowohlt, ab 14 Jahren

Vielfaltskriterien: Adolesenz, coming of age

KIMI-Faktor: Wie sich Identitätssuche und Körpergefühl zwischen Kindheit und Erwachsensein anfühlen, das schafft dieses Buch zu erzählen. Mit diesem Buch können Erwachsene und Jugendliche ins Gespräch kommen.

Inhalt: 32 Texte ganz unterschiedlicher Art. Darüber wie es ist, 15 zu sein und zerrissen wird zwischen kindlichen Bedürfnissen und jugendlichem Unabhängigkeits-bestreben. Die Autorin hat mit norwegischen Jugendlichen gesprochen und bringt den Lesenden nahe, wie es sich anfühlt, sehnsüchtig, traurig, albern und froh zu sein, wie ausgeliefert man seinen Gefühlen ist und wie unglaublich fies man auch sein kann. Es geht um wichtige Themen – lyrisch, poetisch variantenreich geht es um Pickel, viel zu große Füße, unglückliche Verliebtheiten, um Eltern, die gerade ge-storben sind, um Enttäuschungen und Träume.

Jurystimme: „Sehr schön und einfühlsam geschrieben. Das Buch spiegelt die ganze Vielfalt im jugendlichen Erleben wider und geht durch alle sozialen Milieus.“ „Ein Buch nicht nur für Jugendliche, sondern auch für ihre Eltern.“