Désiréee Kobel und Kathrin Jutzi: Freie Fahrt für Lukas und Simon

illustriert von Lena Studer, erschienen bei Autismusverlag, ab 5 Jahren

Vielfaltskriterien: Autismus

KIMI-Faktor: Zwei verschiedene Sichtweisen werden in dem Buch behandelt und einfühlsam aufgeklärt, wie Autist*innen denken und wie andersherum neurotypische Menschen ohne Autismus auf sie wirken. Ohne explizit das Thema Autismus zu benennen zeigt das Buch auf, welche Schwierigkeiten bei der sozialen Interaktion zwischen autistischen und neurotypischen Personen aufkommen können, aber auch, wie sie voneinander lernen und Freundschaften entwickeln können.

Inhalt: Das Wendebuch erzählt den gleichen Tag aus zwei Perspektiven: einmal aus Simons Sicht und einmal aus der Sicht von seinem Mitschüler Lukas, der Autist ist. Liest man das Buch von der einen Seite, so erfährt man von Simon, der sich freut, dass in der Schule das Thema Eisenbahnen durchgenommen wird und der sich daraufhin zum ersten Mal mit Lukas verabredet, dem das Thema mindestens genauso gut liegt. Simon weiß schon, dass Lukas sich manchmal etwas seltsam verhält, so auch als Simon bei ihm zu Hause klingelt. Lukas lässt ihn nicht eintreten, weil er ein paar Minuten zu früh ist, und in seinem Zimmer wird Lukas wütend, weil Simon mit seiner Eisenbahn spielt, aber genau dafür hatten sie sich doch verabredet?! Von der anderen Seite gelesen, freut sich auch Lukas, dass sie in der Schule über Eisenbahnen lernen, denn da kann er sein Expertenwissen zeigen. Doch als sie in der Bibliothek einen Film schauen wollen, wird ihm unwohl zumute, weil er mit dieser Situation nicht gerechnet hatte. Es freut ihn zwar, dass Simon die gleichen Interessen teilt wie er und gerne seine Eisenbahnen sehen möchte, aber dass er dann zu früh bei ihm auf der Matte steht, passt ihm nicht in seinen Plan. Und warum fasst Simon seine Eisenbahn an, obwohl er doch nur schauen wollte? Trotz der Missverständnisse können sie einiges voneinander lernen, zum Beispiel dass der Ventilator dabei helfen kann, mit schlechten Gefühlen umzugehen und sich zu beruhigen, oder dass Menschen manchmal Dinge anders verstehen, als man sie gemeint hat. Zusammen klappen die Mathehausaufgaben auch viel schneller und die Zeit als Lokführer vergeht wie im Fluge!

Jurystimme: „Ein wichtiges Buch, das auf einfühlsame Weise die unterschiedlichen Wahrnehmungs- und Denkweisen von autistischen und neurotypischen Menschen darstellt.“

Katya Balen: Mein Bruder und ich und das ganze Universum

erschienen bei: Carlsen, ab 11 Jahren

Vielfaltskriterien:

Menschen mit Behinderungen, Autismus, schwierige Familienverhältnisse, Akzeptanz

KIMI-Faktor:

Auf liebevolle Art und Weise gelingt es der Autorin ein schwieriges Thema für Kinder und Jugendliche zugänglich und verständlich zu machen. Die Hauptfigur Frank macht eine Entwicklung durch von Zorn und Eifersucht zu Akzeptanz und sogar Stolz.

Inhalt: In diesem Buch geht es um den 10-jährigen Frank und sein Leben mit seinen Eltern, seinen Freunden – und seinem Bruder Max. Max nervt. Er ist fünf Jahre alt, „benimmt sich aber wie ein Baby“, spricht mit den Händen und bekommt Anfälle, wenn es ihm zu laut ist oder wenn etwas anders ist als sonst. Max ist Autist. Deswegen braucht er viel Hilfe und Unterstützung, vor allem von seinen Eltern. Die wiederum sind ziemlich gestresst und obwohl sie es versuchen, haben sie kaum Zeit für Frank. Er ist deshalb sauer auf Max und manchmal auch eifersüchtig. Richtig wütend wird er aber, wenn der fiese Noah aus seiner Klasse über Max lästert. Und manchmal wünscht er sich, dass Max nicht da wäre. Alles wäre viel einfacher und vor allem würde es der Mutter wieder besser gehen. Denn in letzter Zeit wurde sie immer blasser und knochiger. Ein paar Mal hatte sie sogar Schlaganfälle.

Jurystimme: ‚‚Die Geschichte ist sehr berührend, herzerwärmend und an manchen Stellen auch etwas traurig. Franks Gefühle, Gedanken und Entscheidungen sind gut nachvollziehbar. Das Buch geht nahe. Es behandelt sehr wichtige Themen und ist überzeugend erzählt.‘‘

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