Die Jurys

Wir danken allen Jury-Mitgliedern sehr herzlich für ihre monatelange, lesebegeisterte und sehr engagierte Arbeit mit den Büchern! Ohne Euch wäre KIMI nie zustande gekommen!

Die Kinder- und Jugend-Jurys

Besonders wichtig war unserem Team, dass Kinder und Jugendliche an der Auswahl der Bücher, die das KIMI-Siegel erhalten werden, beteiligt sind. Deshalb gab es gleich drei Jurys unterschiedlicher Altersstufen und verschiedenster gesellschaftlicher Positionierungen, die intensiv gelesen, diskutiert, Diskriminierungsmerkmale besprochen und schließlich in Absprachen mit der Erwachsenen-Jury entschieden haben. Lesestart war im Oktober 2018, bis Ende Februar 2019 waren alle eingereichten Bücher ausgewertet. Für die nächste KIMI Runde in 2020 wünschen wir uns noch deutlich mehr Repräsentanz an Vielfaltsperspektiven in den Kinder- und Jugendjurys, um gesellschaftlich vorhandene Lebensrealitäten und die dazugehörigen Expertisen besser berücksichtigen zu können.

Die Kita-Jury
Beteiligt waren hier Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren aus den beiden VAK Kitas in Berlin Kreuzberg. Die Kinder schauten zusammen mit Pädagog*innen Bilderbücher an, besprachen eifrig ihre Eindrücke und gaben ihre Bewertungen ab.

Die Kinder-Jury
Beteiligt waren hier Kinder im Alter von 7 bis 11 Jahren aus verschiedenen Kreuzberger Grundschulen und Mädchen des SVK – Selbstverteidigungskurs mit Worten. Die Kinder haben im ersten Schritt die Bücher für sich gelesen. In vierzehntägigen Treffen haben sie anschließend die gelesenen Bücher vorgestellt, in der Gruppe diskutiert und final gemeinsam bewertet.

Die Jugend-Jury
Beteiligt waren hier Jugendiche im Alter von 12 bis 18 Jahren aus verschiedenen Kreuzberger Schulen sowie Mädchen und (junge) Frauen des Kollektivs SVK – Selbstverteidigungskurs mit Worten. Vom SVK haben beim Kimi-Siegel u.a. die Autorinnen Yolanda Weber Bordo, Fiona Riebe, Yara Fuentes Abreu, Yana Weber Bordo, Dulce Melendres Soto, Cielomar Melendres Soto und LILA teilgenommen. Auch die Jugendlichen haben die Bücher zuerst einzeln gelesen und ebenso anschließend in vierzehntägigen Treffen gemeinsam in der Jurygruppe diskutiert und bewertet.

Die Erwachsenen-Jury

(c) Deborah Moses-Sanks

Prof. Dr. Maureen Maisha Auma

ist Erziehungswissenschaftlerin und Geschlechterforscherin,
Jahrgang 1973. Seit April 2008 Professorin für Kindheit und Differenz (Diversity Studies) an der Hochschule Magdeburg-Stendal, am Standort Stendal. Seit Oktober 2014 Gastprofessorin an der Humboldt-Universität-Berlin, am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien und am Institut für Erziehungswissenschaften. Forschungsschwerpunkte: „Diversität in Bildungsmaterialien in Ost- und Westdeutschland“, sexualpädagogisches Empowerment für Schwarze Menschen und People-of-Color in Deutschland, kritische Weißseinsforschung, Kindheitsforschung, Intersektionalität im Kontext von Critical Race Theory und Rassismuskritik. Maisha Auma ist seit 1993 aktiv bei Adefra, Schwarze Frauen in Deutschland e.V., sie lebt in Berlin.

Axel Bobe

ist Diplom-Sozialpädagoge und arbeitet seit seinem Examen mit Kindern mit und ohne Behinderung, zunächst in Sondereinrichtungen und seit 1996 in integrativen Kindertagesstätten. Seit 2010 arbeitet er in einer Kita bei INA.KINDER.GARTEN gGmbH als Erzieher und Co-Leitung. Seine Kita leitet und gestaltet er als kleines Haus, offen für alle, weil ihm der Gedanke der Inklusion besonders wichtig ist. Alle Aspekte von Vielfalt finden ihren Platz, damit die Kinder erleben, dass es normal ist unterschiedlich zu sein.

Kinderbücher sind für ihn in besonderem Maß wertvoll, wenn sie allen Kindern ermöglichen sich zugehörig, gesehen und wertgeschätzt zu fühlen und ihnen Lösungswege für schwierige Situationen und Erlebnisse bieten.

Janine Dieckmann

ist Sozialpsychologin und als Wissenschaftlerin am Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft in Trägerschaft der Amadeu Antonio Stiftung tätig. Nach ihrer Doktorarbeit war sich in der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld tätig. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit der Entstehung von Vorurteilen und Diskriminierung zwischen Gruppen und arbeitet an Methoden, diesen in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken.

„Menschen sind vielfältig und bunt. Wenn diese Vielfalt in Kinder- und Jugendbüchern nicht vorkommt, vermitteln sie nur eine sehr eingeengte Sichtweise auf die Welt, ganze Lebenswelten bleiben unsichtbar oder werden einseitig dargestellt. Kinder- und Jugendliteratur ist ein bedeutsamer Schlüssel, um einen Einblick in die Gesellschaft mit ihren Normen und Werten zu bekommen. Dabei ist es wichtig, dass kleine und große Menschen die Welt von Anfang an lesen und kennenlernen, wie sie ist: Vielfalt ist normal und alle Menschen sind gleichwertig.“

(c) Peter-Andreas Hassiepen

Abbas Khider

wurde 1973 in Bagdad geboren. Mit 19 Jahren wurde er wegen seiner politischen Aktivitäten verhaftet. Nach der Entlassung floh er 1996 aus dem Irak und hielt sich als  Flüchtling in verschiedenen Ländern auf. Seit 2000 lebt er in Deutschland und studierte Literatur und Philosophie in München und Potsdam. 2008 erschien sein Debütroman Der falsche Inder, es folgten die Romane Die Orangen des Präsidenten (2011) und Brief in die Auberginenrepublik (2013). In 2019 wurde Deutsch für alle veröffentlicht. Er erhielt verschiedene Auszeichnungen, zuletzt wurde er mit dem Nelly-Sachs-Preis, dem Hilde-Domin-Preis und dem Adelbert-von-Chamisso-Preis geehrt.

Tanja Kollodzieyski

lebt und arbeitet in Bochum, Jahrgang
1987. Sie hat einen Master in allgemeiner Literaturwissenschaft und Germanistik. Online arbeitet sie mit Menschen und sozialen Netzwerken. Offline hält sie Vorträge über Inklusion und intersektionalen Feminismus. Als Rollifräulein bloggt sie auf thabs.de über Vielfalt in Büchern und Serien.

„Ich halte Vielfalt in Kinder- und Jugendbücher für äußerst wichtig, da Geschichten die Kraft haben, unsere Sichtweise zu verändern und zu prägen.“

Gabriele Koné

(c) Carsten Thesing

ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des ISTA/Fachstelle Kinderwelten im Bereich „Entwicklung vorurteilsbewusster Medien und Materialien“ im Rahmen des BMFSFJ-Bundesprogramms „Demokratie leben“und Fortbildnerin für den Ansatz Inklusion und Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung© mit den Schwerpunkten Migration, Mehrsprachigkeit, Critical Whiteness, Klassismus ,Zusammmenarbeit mit Eltern, Kinderbücher und Spielmaterialien. Weiß, Cis-Frau, aus der Arbeiter*innenklasse kommend, verheiratet in einer ethnisch und weltanschaulich gemischten Beziehung, Mutter eines erwachsenen Schwarzen Sohnes.

„Wir brauchen mehr Kinderbücher, die die gesellschaftliche Vielfalt abbilden: Geschichten aus Joses oder Leylas Alltag, die keine Stereotype bedienen, mit Kindern, die verschiedenste Hilfsmittel benutzen, Kindern aller Hauttöne, Körperformen, die unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten angehören und in vielfältigen Familienformen leben.“