Die Jurys 2019

Die Kinder-Jury

Sprachstudierende der Fachhochschule Clara Hoffbauer in Potsdam www.fhchp.de leiten in Berlin, Potsdam und in der Region Brandenburg in mehr als zehn unterschiedlichen Kitas einzelne Kinderjurys an, um mit Kindern im Alter von 2 bis 6 Jahren die Titeleinreichungen zu entdecken, vorzulesen und gemeinsam zu bewerten.

Die Jugend-Jury

Wir arbeiten mit der Förderschule Strausberg zusammen, dem Gymnasium auf Hermannswerder und einzelnen lesebegeisterten jungen Menschen.

Unterstützung gesucht! Für die Jugendjury freuen wir uns auf weitere junge Menschen zwischen 10 bis 16 Jahren, die Lust haben in der Jugendjury 2019 mitzuwirken. Schreibt an s.niebuhr-siebert@fhchp.de

Die Erwachsenen-Jury 2019

Juryvorsitz: Prof.in Dr.in Sandra Niebuhr Siebert

ist promovierte Sprachheilpädagogin, Erziehungs- und Sprachwissenschaftlerin, Jahrgang 1975, Seit 2011 leitet sie als Professorin den Studiengang Sprachpädagogik und Erzählende Künste in Sozialer Arbeit an der Fachhochschule Clara Hoffbauer Potsdam und wohnt in Hoppegarten bei Berlin. Schwerpunkte ihrer Forschung und Lehre sind der MehrSprachenerwerb sowie die Diagnostik und Intervention von Sprachlernprozessen und Lesedidaktik. Sie liebt das Lesen von Büchern, insbesondere Kinderbüchern und liebt Lyrik. Sie liest leidenschaftlich für verschiedene Jurys.

Themen in der Jury: Sprache, Mehrsprachigkeit, kindliche Entwicklung, Identität und gesellschaftliche Teilhabe

Motto: „Die Welt der Kinder ist herrlich bunt und voller Vielfalt; das sollte in Kinderbüchern erzählt werden. Jedes Kind sollte sich in Kinderbüchern wiederfinden können.“

Prof.in Dr.in Maisha Auma

Ist Erziehungswissenschaftlerin und Geschlechterforscherin, Jahrgang 1973. Seit April 2008 Professorin für Kindheit und Differenz (Diversity Studies) an der Hochschule Magdeburg-Stendal, am Standort Stendal. Seit Oktober 2014 Gastprofessorin an der Humboldt-Universität-Berlin, am Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien und am Institut für Erziehungswissenschaften. Forschungsschwerpunkte: “Diversität in Bildungsmaterialien in Ost- und Westdeutschland”, sexualpädagogisches Empowerment für Schwarze Menschen und People-of-Color in Deutschland, kritische Weißseinsforschung, Kindheitsforschung, Intersektionalität im Kontext von Critical Race Theory und Rassismuskritik. Maisha Auma ist seit 1993 aktiv bei Adefra, Schwarze Frauen in Deutschland e.V., sie lebt in Berlin.

Themen in der Jury: People of Color und kindliche Entwicklung, Diskriminierung und Geschlecht

Suse Bauer

studierte Freie Kunst und Publizistik in Berlin und hat sich sowohl journalistisch als auch künstlerisch die Schwerpunkte vielfältige Familienkonzepte, Armutserfahrungen bei Kindern und Inklusion gesetzt. Aktuell leitet sie die Redaktion des Inklusionsprojektes zum Kinofilm DIE KINDER DER UTOPIE. Vor drei Jahren machte sie sich zusammen mit dem Inklusionsaktivisten Raúl Krauthausen auf die Suche nach vielfältigen Kinderbüchern und hielt bei der re:publica den Vortrag: “Kinderbücher: inklusiv. queer. interkulturell. Aber wie?”. Um der großen Nachfrage zum Thema gerecht werden zu können, entwickelte sie gemeinsam mit weiteren Aktivist*innen KIMBUK, das vielfältige Kinderbuchfestival und das KIMI-Siegel für Vielfalt im Kinderbuch.
Zur Zeit arbeitet sie gemeinsam mit der Autorin Dorothea Flechsig an ihrem dritten Kinderbuch.

Themen in der Jury: vielfältige Familienkonzepte, Armutserfahrungen bei Kindern und Inklusion

Ninia LaGrande Binias

Ninia „LaGrande“ Binias lebt und arbeitet in Hannover. Sie schreibt für verschiedene Medien, moderiert Veranstaltungen und tritt als Slam Poetin auf. Außerdem ist sie Geschäftsführerin der Büro für Popkultur GmbH, die 2017 als „Kreativpiloten Deutschlands“ ausgezeichnet wurde. Ehrenamtlich führt sie den Vorsitz des Beirates zur Bewerbung Hannovers zur Kulturhauptstadt 2025.

Themen in der Jury: Inklusion, Familie & Bildung

Motto: Kinderbücher müssen reale Vielfalt abbilden. Ich hätte mir sehr eine kleinwüchsige Heldin gewünscht, die Abenteuer erlebt, mit denen ich mich identifizieren kann – wir dürfen keine Angst vor Themen haben, von denen wir glauben, Kinder könnten sie nicht meistern. Im Gegenteil: Vielfältige Kinderbücher weiten den Blick auf die Gesellschaft und machen Mut.

Tanja Kollodzieyski

lebt und arbeitet in Bochum, Jahrgang
1987. Sie hat einen Master in allgemeiner Literaturwissenschaft und Germanistik. Online arbeitet sie mit Menschen und sozialen Netzwerken. Offline hält sie Vorträge über Inklusion und intersektionalen Feminismus. Als Rollifräulein bloggt sie auf thabs.de über Vielfalt in Büchern und Serien.

“Ich halte Vielfalt in Kinder- und Jugendbücher für äußerst wichtig, da Geschichten die Kraft haben, unsere Sichtweise zu verändern und zu prägen.”

Sigrid Heinze-Osterwald

geb. 1960 in Schleswig-Holstein, Buchhändlerin seit 1978, Spezialisierung auf Kinder- und Jugendbuch, Studium der Literaturwissenschaft in Hamburg. Seit 2010 Beratung von Schulen, Kitas und Bibliotheken, Buchvorstellungen und -empfehlungen für Lehrer*innen, Schüler*innen, Kinder und Erzieher*innen.

Zertifizierung für “Lesen macht Schule”, Rezensentin für den Börsenverein des Buchhandels Berlin Brandenburg 2015-2018, Dozentin für Lese- und Literaturpädagogik 2016-2018, Mitarbeit bei der Literaturinitiative Birgit Murke, Mitglied im Friedrich Bödecker Kreis Berlin, Kinderbuchhändlerin im BuchSegler in Pankow und bei Prior&Mumpitz im Prenzlauer Berg

Schwerpunkte in der Jury: Familien, Rassismus, People of Colour, Intersexualität

Motto: So wie sich die Gesellschaft verändert, verändert sich auch das Kinderbuch. Spannend und auch erstaunlich zu sehen, was da alles neu erscheint.

Nina Jaros

studierte in Salzburg Digitales Fernsehen und Interaktive Dienste. Die Österreicherin lebt seit 2007 in Ostwestfalen. Als Bloggerin schreibt sie auf fraupapa.com über alltägliches aus dem Leben als trans Frau mit Familie, als Aktivistin setzt sie sich gegen Kinderarmut und für mehr Bildungsgerechtigkeit ein. Nina Jaros betreibt vielfach Aufklärung über trans, inter und nonbinary. Seit einigen Jahren veranstaltet sie dazu Workshops und Coachings für Lehrkräfte.

Schwerpunkte in der Jury: Transgender und Armut

Motto: Es war schwer meinen Weg zu finden. In den Büchern, den Köpfen, der Gesellschaft fehlten Rollenvorbilder. Ein wenig – wirklich nur sehr wenig – übertrieben, könnte man sagen: Jungs waren echte Helden, Mädchen waren Prinzessinnen. Als ich eigene Kinder hatte, hatte ich gehofft, die Kinderbücher hätten sich geändert. Leider sind solche Bücher nach wie vor selten zu finden. Dabei geben Kinderbücher so viel für den Lebensweg mit. Außerdurchschnittliche Kinder brauchen Geschichten, in denen sie sich wiederfinden können.

Prof.in Dr.in Zerrin Salikutluk

ist Juniorprofessorin für Migration Geschlecht an der Humboldt-Universität zu Berlin und stellvertretende Leiterin der Abteilung „Arbeitsmarkt, Migration und Integration“ am Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM). In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit der Entstehung sozialer Ungleichheit im Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt. Im Fokus ihrer Arbeit stehen migrationsbezogene und geschlechtsspezifische Unterschiede und Benachteiligungen.

Schwerpunkte: Migration und Geschlecht

Tarik Tesfu

ist Video-Kolumnist, Content Creator und seit 2017 Moderator bei Jäger & Sammler (ZDF). Getreu dem Motto: Das Ziel ist der Weg, zieht er nach dem Abitur nach Berlin, dann nach Wien, dann nach Köln, um dann wieder nach Berlin zu ziehen. In Berlin hat Tarik eine Ausbildung zum Erzieher absolviert, in Wien Medien-Dingsbums-Wissenschaften studiert und in Köln als TV-Redakteur gearbeitet. Als Feminist (Oha!) setzt er sich in seinen Videos für die Gleichberechtigung aller Geschlechter ein und zeigt dabei Rassismus, Sexismus, Homo-, Trans- und Islamfeindlichkeit den Stinkefinger. Tarik feiert Destiny`s Child, Wlan und Snickers-Eis: Yummy!

Schwerpunkte: People of Color und LGBTIQ

Motto: 2019 sollten wir alle mal geschnallt haben, dass Diversity kein Trend oder ein Hobby ist. Es geht um die Repräsentation von Lebensrealitäten. Genau deshalb ist es krass wichtig, dass Kinderbücher vielfältig aufgestellt sind, damit Kids (und auch Erwachsene) lernen, so wie du bist, bist du großartig.

Katrin Dinges

ist Literaturwissenschaftlerin und Kulturanthropologin sowie freischaffende Künstlerin: Sie schreibt Lyrik, Kurzprosa und gesellschaftskritische Essays, tanzt und beschäftigt sich mit haptischer Kunst aus Materialien, die man gut fühlen kann. Sie arbeitet außerdem als Kunst- und Kulturvermittlerin. Dabei entwirft sie Workshop-Angebote und individuelle Kunstformate für Menschen mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen und Organisationen im kulturellen und sozialen Bereich. Ihr größtes Anliegen ist es, Menschen zu ermutigen, ihren eigenen Weg zu finden und zu gehen. Das gilt auch und v.a. bezüglich der Geschichten, die jede*r zu erzählen hat. Sie möchte deshalb daran mitarbeiten, als Schreibende, Kulturschaffende und -initiierende bzw. -fördernde mehr Vielfalt (nicht nur) in Kinder- und Jugendliteratur zu etablieren, um (jungen) Menschen die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen Geschichten zu erzählen, sie anderen zugänglich zu machen sowie mehr Möglichkeiten zur Identifikation mit vielfältigen Helden und Heldinnen selbst zu schaffen und in anderen Geschichten zu entdecken.

Themen in der Jury: Inklusion

Motto: Es ist mir besonders wichtig, Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen zusammenzubringen, um ihnen zu zeigen, dass unsere Gesellschaft vielfältig ist und dass diese Vielfalt eine Bereicherung sein kann. Wenn dies von klein auf allen bewusst gemacht werden würde, könnten Vorurteile früh abgebaut und die Grundlagen für ein faires, vielfältiges und gegenseitig bereicherndes, Kreativität, Vielfalt und schöpferisches Arbeiten unterstützendes Miteinander geschaffen werden.