Martin Gries: Das Konsortium oder die ungenaue Zeit

erschienen bei Ueberreuter, ab 14 Jahren

Vielfaltskriterien: Selbstverwirklichung, gleichgeschlechtliche Liebe, Technologiekritik

KIMI-Faktor: Eine Dystopie, die sich als Technologieskritik liest und die Motoren des industriellen Fortschritts demontiert.

Inhalt: Das Buch erzählt die Geschichte des Konsortiums. Sie beginnt in der Vergangenheit zu Zeiten der Dampfmaschine und spielt gleichzeitig in der Zukunft – nur eben vom Standpunkt der Vergangenheit aus betrachtet. Dabei ist es nicht die Technologie, die die Menschen beherrscht, sondern die Mechanik. Futuristische Objekte, die durch ineinandergreifende Zahnräder und Dampf funktionieren, beherrschen den Alltag. So werden in dieser Geschichte Nachrichten über Lichtsignale übertragen. Menschen, Vieh und Waren werden in Dampfzügen transportiert und Objekte, wie etwa eine zu genaue Uhr werden zum Todesurteil für Entwickler*innen. Die beiden Hauptcharaktere kommen dabei in einen Konflikt, in dem sie jeweils gegen ein Gesetz verstoßen. Charles, dessen Vater am Anfang des Buches beim Bau eines neuen Leuchtturms stirbt, bekommt von seinem rebellischen Großvater ein Sternenmesser geschenkt. Mariettas Vater wurde verhaftet, weil er eine zu genaue Uhr baute, die nun Marietta gehört. Marietta, auf der Suche nach ihrem Vater, und Charles, der anfängt für das Konsortium zu arbeiten, um seine Familie zu ernähren, beginnen miteinander zu verstehen, warum ihre Instrumente gesetzwidrig sind. Langsam beginnt die Fassade des wohlstandsbringenden Konsortiums zu bröckeln.

Jurystimme: „Ein anspruchsvolles Buch, welches die Motoren unserer Zeit in Frage stellt.“