Elisabeth Steinkellner: Papierklavier

illustriert von Anna Gusella, erschienen bei Beltz & Gelberg, ab 15 Jahren

Vielfaltskriterien: Pubertät, Identität, Sozioökonomische Verhältnisse

KIMI-Faktor: In „Papierklavier“ geht es um die Pubertät, aber nicht, wie so oft, um die erste Zeit der Pubertät, sondern um die letzte. Also um die Zeit, in der neben Alkohol, Partys und Sex sich Fragen danach aufdrängen, wer man ist und wer man sein will.

Inhalt: Maia ist 16 und hält in ihrem Tagebuch in kleinen Texten und mit coolen Zeichnungen fest, was in ihrem Leben so passiert. Dabei erfahren wir nebenbei ganz viel über sie: Maia lebt mit ihrer alleinerziehenden Mutter und den zwei kleinen Schwestern Ruth und Heidi in einer kleinen Wohnung. Ihre Mutter arbeitet sehr viel, um die Familie zu ernähren. Wenn sie nach Hause kommt, ist sie wahnsinnig erschöpft und schläft oft schnell auf dem Sofa ein. Die drei Schwestern sind von drei verschiedenen Vätern, die sich aber alle nicht kümmern, weder mit Geld noch sonst. Maias Vater war fünf Jahre lang für Maia da. Dann kam er plötzlich nicht mehr nach Hause – er hatte einfach mit einer anderen Frau eine neue Familie gegründet. Maia kümmert sich um ihre Schwestern, sie legt sogar eine Extraschicht in ihrem Nebenjob ein, um der klavierbegabten Heidi die Stunden zu bezahlen. Da sie kein eigenes Klavier haben, übt Maias kleinste Schwester mit einer Tastatur aus Papier.

Jurystimme: „Das Buch vermittelt eine Ahnung davon, wie es ist, wenn Eltern kein Geld haben, wenn Wohnverhältnisse beengt sind und wenn kein Geld für modische Kleidung da ist. Und auch für das, was eigentlich noch viel schlimmer ist, wenn Eltern keine Zeit haben. (Mirai)“