Julya Rabinowich: Hinter Glas

erschienen bei: Carl Hanser, ab 14 Jahren

Vielfaltsmerkmale:

Erfahrungen mit Gewalt in der Familie

KIMI-Faktor:

Julya Rabinowich erzählt intensiv, eindringlich und mit poetischer Kraft über laute und leise Facetten der Gewalt und dazu die Geschichte einer Emanzipation.

Inhalt: Der Großvater, der verlangt, dass Alice Mutter ihre Karriere als erfolgreiche Schauspielerin zurückschrauben soll, der es nicht erträgt, keine Macht über andere zu haben, der eine Schwangere schlägt und Alice zum Frühchen macht. Der Vater, der zu schwach ist, sich gegen seinen Vater aufzulehnen, nur funktioniert und sich dabei alles versagt: das Mannsein, das Vatersein, nur Sohn sein, guter Sohn sein, das wollte und will er wohl. Die Mutter flüchtet sich in die Mutterrolle, ihre Fürsorge quillt über und lässt Alice ersticken. Bis Alice aus dem goldenen Käfig ausbricht. Sie flieht zu Niko, ihrer ersten großen Liebe. Von ihm erhofft sie sich Geborgenheit und Halt. Mit ihm verbringt sie einen Sommer voller Freiheit, bis auch er sich verändert. Er ist zunehmend unbeherrscht, voller Wut und immer wieder Gewalt. Im Moment der größten Verzweiflung gelingt es Alice, sich erneut zu befreien. Unfassbar mutig setzt Alice einen Schritt vor den nächsten und klebt Scherbe für Scherbe ihres Lebens zusammen.

Jurystimme: ‚‚Das Buch greift viele Themen auf. Das größte Thema ist physische Gewalt – in dysfunktionalen Familien, auf dem Pausenhof, in der Öffentlichkeit. Wer sind die Beteiligten? Die Aktiven, diejenigen, die nicht eingreifen, diejenigen, die ertragen? Die Charaktere des Buches sind facettenreich, entwickeln sich weiter. Viele kurze Sätze. Glasklar zersplittert die Sprache auf der Zunge und hinterlässt schmerzhafte Spuren. Ein wichtiges Jugendbuch.’’

Buch hier bestellen!