Pija Lindenbaum: Pudel mit Pommes

übersetzt von Kerstin Behnken, 32 Seiten, Oetinger, 15 Euro, ab 4 

Vielfaltsmerkmal: Flucht, Ankommen, Hilfsbereitschaft, Solidarität

Der Kimi-Faktor: Witzig und charmant, einfühlsam und kindgerecht zeigt dieses Buch, was es bedeutet zu flüchten, fremd zu sein, auf Hilfe angewiesen zu sein, Solidarität und Ablehnung zu erfahren.

Drei große Hunde und der kleine Wauwau leben auf einer Insel. Sie haben alles, was sie zum Leben brauchen: Kartoffeln, einen Pool, schönes Wetter.  Doch dann bleibt der Regen aus und irgendwann gibt es kaum mehr Kartoffeln und auch aus dem Wasserhahn kommen nur noch ein paar Tropfen. Die Hunde entschließen sich dazu, die Insel in einem Boot zu verlassen. Es ist eine gefährliche Überfahrt, die sie fast mit dem Leben bezahlen. Doch sie haben Glück, völlig erschöpft erreichen sie eine Insel, auf der drei Pudel leben. Dort gibt es alles im Überfluss: Kartoffeln, ein großes Haus, Wasser. Doch einer der Pudel möchte die drei Geflüchteten nicht aufnehmen und vor allem den eigenen Reichtum nicht mit ihnen teilen. So riecht es zwar wunderbar nach Pommes, doch die drei Neuankömmlinge bekommen nur eine kleine Kartoffel und müssen draußen im Zelt schlafen. Zum Glück entscheiden die zwei „netten Pudel“, sich mit den Neuen anzufreunden. Am Ende gibt der „blöde Pudel“ seine störrische Haltung auf und es entsteht eine neue Gemeinschaft.

Das sagt die Kinder-Jury:

„Vielleicht sollten die Blöden auf die Netten hören und nicht die Netten auf die Blöden“ kommentiert Anna das Buch. Sehr interessiert und aufmerksam hörten die Kinder zu, stellten Fragen und kommentierten. Das Schicksal des kleinen Hundes berührte sie sehr und sie waren erleichtert, dass er nicht gestorben war. Auch die Ungerechtigkeit im Buch nahmen sie wahr. Ayla empört sich: „Der Hund lässt sie nicht rein, obwohl das Haus so groß ist und sie so viele Kartoffeln haben!“ Die Frage, ob sie das Buch für die Gruppe haben wollten, bejahten alle.

Das sagt die Erwachsenen-Jury:

Die Geschichte erinnert an die Fluchtgeschichten vieler Menschen, die in kleinen Schlauchbooten über das Mittelmeer kamen, um eine bessere Zukunft für sich und ihre Kinder zu finden. Anhand der drei Hunde wird die Not sehr gut deutlich und auch ihre Entscheidung, ihr Zuhause zu verlassen, ist gerade für Kinder sehr gut nachvollziehbar. Ob es sinnvoll ist, das Thema „Flucht“ anhand von Tieren darzustellen, damit sich Kinder vielleicht besser in die Not anderer einfühlen können, kann diskutiert werden.

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