Kerascoët : Mein Weg mit Vanessa

40 Seiten, Aladin, 14,95 Euro, ab 3 Jahren

Vielfaltmerkmale:
Mobbing, Hauttöne, People of Color

Der KIMI-Faktor:
Ein wichtiges Thema für Kinder: Mobbing. Das Buch zeigt in spielerischer Ernsthaftigkeit, wie man gegen Mobbing aktiv werden kann – und dass es wichtig ist, füreinander einzustehen.
Die beiden Hauptcharaktere sind Mädchen of Color – das gibt es selten. Die restlichen Kinder im Buch haben vielfältige Hauttöne und die Lehrerin ist schwarz.

Inhalt:
Neuanfänge sind nicht immer leicht. Das erlebt auch Vanessa, die nach einem Umzug neu in die Schulklasse kommt. Keine*r ihrer Mitschüler*innen kümmert sich um sie. In der Turnhalle sitzt sie weit entfernt von der Basketball spielenden Kindergruppe. Und auch ihren Heimweg tritt sie allein an. Unterwegs wird ein Junge gemein zu ihr und Vanessa läuft weinend nach Hause.

Aber ein Mädchen hat den Vorfall beobachtet und fühlt sichtlich mit Vanessa. Sie erzählt anderen Kindern davon – und alle sind betroffen. Den ganzen restlichen Tag denkt das Mädchen darüber nach, was sie tun könnte. Beide Mädchen finden diese Nacht kaum Schlaf. Morgens hat das Mädchen die rettende Idee: Sie holt die Vanessa Zuhause ab. Gemeinsam gehen sie zur Schule. Unterwegs stoßen immer mehr Kinder zu ihnen, der Übeltäter steht beschämt mit rotem Kopf am Rand der immer größer werdenden Kindermenge – und schließlich ist das neue Mädchen in die Gemeinschaft aufgenommen.

Ganz ohne Worte wird erzählt, wie Kinder gegen Mobbing einschreiten. Außer dem Mädchen Vanessa, das neu in die Schule kommt, hat keines der Kinder einen Namen.

Das sagt die Kinder-Jury:
Aufmerksam haben die Kinder das Buch angeguckt. Sie fragen nach, weshalb das Mädchen allein nach Hause geht, während die anderen Kinder als Gruppe gehen. Die Mobbingsituation hat sie empört: „Das ist nicht nett, dass er gemein zu dem Mädchen ist!“.
Das Buch eignete sich sehr gut, um das Thema Mobbing zu besprechen. Dass es keinen Text gibt, lässt viel Raum für eigene Interpretationen und Erlebnisberichte der Kinder.

Das sagt die Erwachsenen-Jury:
Eindringlich zeigen die Autor*innen, wie man Mobbing begegnen kann: Angefangen bei der Ausgrenzung und der Verletztheit des Mädchens, über die Betroffenheit der Beobachterin bis hin zur gelungenen Intervention. Die dargestellten Kinder sind vielfältig in Bezug auf Hauttöne und Körperformen, die beiden Hauptpersonen – Vanessa und das beobachtende Mädchen – sind People of Color. Wirklich selten in Kinderbüchern: Eine schwarze Heldin, die als einzige einen Namen hat.
Begleitmaterial zum Umgang mit Mobbing und Ungerechtigkeit auf der letzten Seite rundet das Buch ab.

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