John Kilaka: Schneller Hase – Ein Bilderbuch aus Tansania

übersetzt von Maja Ruef, 36 Seiten, Baobab Books, 16,50 Euro, ab 5 Jahren

Vielfaltmerkmale:
Machtkritik, Gerechtigkeit

Der KIMI-Faktor:
In diesem Buch entscheidet die Mehrheit zunächst, dass ein*e Einzelne*r für das Überleben der Vielen geopfert werden soll. Die Geschichte geht dieses Thema machtrikitisch an und zeigt, dass es immer noch andere Lösungen gibt – und Zusammenhalt und gemeinsame Ideen am erfolgreichsten sind.

Inhalt:
„Vor langer Zeit lebten die Tiere im Wald friedlich zusammen. Außer Löwe, der sich mit Vorliebe ins Unterholz zurückzog, und Krokodil, das sich gern im Fluss versteckte“. So beginnt das vierte Kinderbuch des tansanischen

Autors John Kilaka. Doch dann setzt eine Trockenheit ein, die Tiere drohen zu verdursten. Auf der Suche nach Wasser kommen sie zum Fluss, doch das Krokodil will das lebensnotwendige Wasser nur im Tausch gegen ein Tier als Opfergabe teilen. Unter den Tieren entbrennt ein heftiger Streit, welches der Tiere sich opfern soll. Die großen Tiere setzen sich gegen die kleinen Tiere durch und bestimmen den Hasen als Opfer. Dem schlauen und flinken Hasen gelingt die Flucht in eine Höhle, in die sich bald auch Büffel auf der Flucht vor dem hungrigen Löwen rettet. Um den Büffel zu retten, treiben die anderen Tiere unwissentlich den Löwen genau in die Höhle, in der bereits Hase und Büffel sitzen. Als die Tiere draußen Feuer vor der Höhle legen, um den Löwen zu töten, sind „Starke“ und „Schwache“ nun gleichermaßen bedroht. Hase hat die rettende Idee, die alle drei befreit, Wasser gibt es aber immer noch nicht. Auf der anschließenden Versammlung der Tiere weist Hase erfolgreich darauf hin, wie notwendig es ist, zusammenzuhalten. Und er findet eine Lösung, wie die Tiere an Wasser gelangen können, ohne dass eine*r von ihnen zu Schaden kommt: Mit vereinten Kräften graben sie einen Brunnen.

Das sagt die Kinder-Jury:
Bei den Kindern kam das Buch sehr gut an, sie wollten es öfter vorgelesen bekommen und haben angeregt diskutiert. Sie fanden es ungerecht, dass der Hase geopfert werden sollte:»Das ist gemein. Der Hase möchte auch leben.« Ein anderes Kind empörte sich darüber, dass die Großen über die Kleinen bestimmen. »Das ist ungerecht. Das dürfen die nicht.«

Das sagt die Erwachsenen-Jury:
Farbenfroh im typischen Tingatinga-Stil illustriert, erzählt der tansanische Künstler John Kilaka diese Fabel über Solidarität und Machtmissbrauch. Kikalas Geschichten basieren auf den mündlichen Überlieferungen Tansanias, er ist einer der bekanntesten Bilderbuchautoren Afrikas. „Schneller Hase“ zeigt kindgerecht und ohne erhobenen Zeigefinger, dass es möglich ist, sich zu wehren, auch gegen (vermeintlich) Mächtigere, wenn die Schwächeren zusammenhalten. Ein Buch, das Mut macht, sich gegen Ungerechtigkeiten zu wehren!

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