Joanne Schwartz & Sydney Smith: Stadt am Meer

übersetzt von Bernadette Ott, 52 Seiten, Aladin, 18 Euro, ab 5

ISBN-10: 3789108588 ISBN-13: 978-3789108587

Vielfaltskriterien:

Armutserfahrungen im kindlichen/familiären Alltag, Wertevielfalt, Kulturen und Herkunft erfahrbar machen (Gewohnheiten), Berufe im Zusammenhang mit Genderrollen, Gefühle aus verschiedenen Sichtweisen erfahrbar machen, Umwelt, Verhältnis zur Natur

Kimi-Faktor:

Klare, etwas düster fast schroff wirkende Bilder machen die beklemmende Erfahrung von Armut sehr gut spürbar. Das Buch wirkt, auch ohne die Geschichte vorlesen zu müssen.

Ein Junge erzählt vom Alltag seiner Familie in der Stadt am Meer. Wiederholungen bestimmen dort das Leben. Wir sehen Bilder seines Alltaglebens z.B. im Haus mit der Mutter, mit dem jüngeren Geschwisterkind, am Meer, das sich mal ruhig, mal mit weißen Kronen oder Gischt zeigt. Eine weitere Konstante stellt die Arbeit des Vaters dar, der wie bereits der Großvater im Kohlebergbau unter Tage arbeitet. Auch der Junge wird eines Tages selbst in ihre Fußstapfen treten. Der Text unterstützt die sich wiederholenden Abläufe: „Bei uns ist das nämlich so …“ oder „Wenn ich am Morgen rausgehe, dann ist das immer so – …“ Bilder und Text strahlen Ruhe, Geborgenheit und Sicherheit für den Jungen aus. Er hat Freunde, schaukelt, besucht das Grab des Großvaters, geht einkaufen.

Das sagt die Kinder-Jury:

Viele Kinder fanden die Seiten interessant, die die Arbeit im Bergwerk zeigen. Das Wort „Kohle“ kannten sie nur in der umgangssprachlichen Bedeutung von „Geld“. Jüngere Kinder fanden das Buch faszinierend „gruselig“. Deniz meinte: „Bei mir ist das auch so, meine Oma ist Schneiderin, meine Mama auch, und vielleicht werde ich auch Schneiderin!“

Das sagt die Erwachsenen-Jury:

Es gibt nicht viele Bücher über Familien der Arbeiterklasse, vor allem nicht über deren schwere körperliche Arbeit. Zwar zeigt das Buch die klassische Rollenaufteilung – die Frau ist im Haus, der Mann draußen bei der Lohnarbeit. Das lädt aber ein, über das Thema Rollen in der Familie mit den Kindern zu reden. Die überwiegend schwarzen Seiten mit den Bergarbeitern am unteren Rand laden zum Gespräch über die Arbeit der Eltern oder anderer Erwachsener ein. Auch die ähnlichen oder unterschiedlichen Tagesabläufe und Routinen in den Familien sind ein für Kinder interessantes Thema.

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