Astrid Frank: Uli Unsichtbar

illustriert von Regina Kehn, 96 Seiten, Verlag Urachhaus, 14 Euro, ab 7 Jahren
Auch als E-Book erhältlich 

Vielfaltskriterien: Geschlechterrollen, Wertevielfalt, Mobbing

Der Kimi- Faktor:
Die Geschichte erzählt jungen Leser˟innen wie man sich fühlt, wenn man aus einer Gruppe ausgeschlossen und gemobbt wird und weist nachdrücklich darauf hin, dass jeder Mensch ein Recht darauf hat so zu sein, wie er ist.
Ganz selbstverständlich und nebenbei wird erzählt, dass auch Jungs nicht der üblichen klischeehaften Geschlechterrolle „stark, durchsetzungsfähig, laut“ entsprechen müssen, sondern Mädchen genauso gut die Beschützerinposition einnehmen können.
Außerdem wird in diesem Buch das Thema Wertevermittlung und Recht in Form von Umgangsregeln in der Schulklasse empathisch und konstruktiv bearbeitet.

Inhalt:
Uli zieht mit seinen Eltern in eine neue Stadt. Er ist vor allem traurig, seine Großeltern nun nicht mehr regelmäßig sehen zu können. Doch es sind große Ferien und im neuen Wohnhaus findet er rasch Anschluss an die Nachbarskinder, mit denen er einen wunderbaren Sommer im Freibad verbringt. Eigentlich ist es doch gar nicht so schlecht im neuen Zuhause – bis die Schule beginnt. Denn als er sich dort seiner neuen Schulklasse vorstellt, verhaspelt er sich stotternd vor lauter Aufregung bei seinem Namen und wird von allen nur noch U-u-uli gerufen.

Auch die Schwimmbadfreundschaften erweisen sich als wenig hilfreich und Uli wird mit jedem Tag mehr zum gemobbten Außenseiter. Bis ein Mädchen – ebenfalls mit dem Namen Uli – neu in die Klasse kommt und sich mutig auf seine Seite stellt.

Das sagt die Kinder-Jury:
Das Cover hat den Kindern sehr gut gefallen, weil es viele verschiedenartige Kinder zeigt und das Thema „Ausgrenzung“ bereits darstellt bzw. vorab auf die Thematik vorbereitet. Die Geschichte des schüchternen Uli ist spannend erzählt und bildet die Wirklichkeit und vor allem die Dynamik einer Gruppe, die sich gegen eine*n Einzelne*n stellt gut ab. Die Auflösung des Konfliktes und auch das dem Buch beiliegende Poster, das die neuen Regeln zum gemeinsamen Umgang in Ulis Klassengruppe auflistet, kannten einige Kinder so ähnlich aus ihrem Schulalltag. Insofern empfanden sie ihre Lebensrealität glaubwürdig wieder gespiegelt.

Das sagt die Erwachsenen-Jury:
Ein Buch zu einem wichtigen Thema. Glaubwürdig wird die Gruppendynamik, die für Mobbing charakteristisch ist, dargestellt. Wünschenswert wäre gewesen, der Bewältigung und dem Prozess der Aufarbeitung am Ende mehr Raum zu geben. Nützlich ist das beigefügte Plakat mit Regeln, die dazu beitragen können, Mobbing zu verhindern.

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