Lauren Wolk: Eine Insel zwischen Himmel und Meer

übersetzt von Birgitt Kollmann, 288 Seiten, dtv / Reihe Hanser, 14,95 Euro, ab 12

als eBook erhältlich

Crow hat ihr ganzes bisheriges Leben auf einer winzigen Insel verbracht. Sie wurde, nur wenige Stunden jung, in einem lecken kleinen Boot an den Strand einer Insel, die Cape Cod in Massachusetts vorgelagert ist, angespült. Osh, der einzige und dazu noch sehr ungewöhnliche Bewohner der Insel, hat sie gerettet. Bei ihm ist Crow aufgewachsen. Geholfen hat die couragierte und liebevolle Miss Maggie von der Nachbarinsel. Eine kleine Wahlfamilie, denn alle anderen haben sich von dem Mädchen ferngehalten. Crow hat schon früh als junges Kind gespürt, dass die Menschen auf den anderen Inseln, wenn sie ihr begegnen, in ihren Gesprächen verstummen, sie mit seltsamen Blicken anschauen und körperlich Abstand halten. Manche haben sogar Gegenstände, die Crow berührt, mit einem Lappen rein gewischt. Zunehmend wächst in Crow der Drang, zu wissen, woher sie stammt und warum man sie fortgeschickt hat. Sie beginnt nach ihrer Herkunft zu forschen. Als eines Nachts ein Feuer auf einer vermeintlich menschenleeren Nachbarinsel aufscheint, steigen in Crow gestochen scharf all die unausgesprochenen Fragen nach ihrer Herkunft auf. Stück für Stück fügt sie das Puzzle ihrer Vergangenheit zusammen und begreift, was Familie wirklich bedeutet. Herzlich und gefühlvoll begleiten Leser*innen Crow bei der Suche nach sich selbst.

Das sagt die Jugendlichen-Jury:

Die einerseits zurückhaltende und andererseits auch geheimnisvolle Covergestaltung des Titels ist auf Anhieb sehr gut angekommen. Sie deckt sich mit den Leseerlebnissen, denn auch der Erzählton des historisch verorteten Buches wurde sowohl als sehr ruhig und emotional gut nachvollziehbar, passagenweise aber auch sehr spannend beschrieben. In Crows Lebens- und Gefühlswelten konnte sich die Jugendlichen-Jury sehr gut hineinversetzen, da sie schön und detailliert beschrieben waren. Die verschiedenen Vielfaltsaspekte, wie Crows dunkler Hautton und ihre Wahlfamilie werden sehr beiläufig erwähnt und sind Thema, ohne im Fokus der Geschichte zu stehen. Schade und ein wenig störend fanden die Jugendlichen, wie oft Crow sich anhören muss, dass sie zu unerfahren für dies und zu jung für das ist – umso besser, dass sie sich durchsetzt und ihren Weg findet!

Das sagt die Erwachsenen-Jury: 

Einfühlsam und spannend erzählt Lauren Wolk die berührende Geschichte von Crow, die als Findelkind bei einem Außenseiter auf einer kleinen Insel des Elisabeth Archipels aufwächst und Ausgrenzung und Diskriminierung erfährt. Ihre Suche nach ihrer Herkunft und Identität ist auch für Erwachsene nachvollziehbar und interessant dargestellt. Mit einer Kombination aus Entwicklungsroman und Abenteuergeschichte, basierend auf historisch verbrieften Elementen der Elisabeth Inseln, die vielen Leser*innen wahrscheinlich unbekannt sind, gelingt der Autorin ein bewegender Jugendroman über ein starkes PoC-Mädchen und die Bedeutung von liebevollen Beziehungen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.